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14.01.1994

Neue Restrukturierung geplant Digital macht den IBM-Veteranen Damiani zum neuen Europa-Chef

PARIS (IDG/CW) - Die Digital Equipment Corp. (DEC) zieht aus dem schleppenden Geschaeft auf dem Alten Kontinent personelle Konsequenzen. Europa-Chef wird eine Fuehrungskraft, die sich eigentlich gut mit den Problemen krisengebeutelter DV-Riesen auskennen muesste. Mit 29 Dienstjahren zaehlte Vincenzo Damiani zu den IBM-Veteranen.

Von diesem personellen Schachzug erwartet sich Digital die Erschliessung neuer Maerkte und die Rueckkehr des Konzerns zu schwarzen Zahlen. Europa stellt fuer Digital einen Schluesselmarkt dar, weil der DV-Konzern hier rund die Haelfte des weltweiten Umsatzes erwirtschaftet. Damiani, dessen offizielle Titelbezeichnung Corporate Vice-President und Vice-President of Digital Equipment Corp. European Operations lautet, hat bereits einen ersten Aktionsplan vorgelegt.

Der 53jaehrige moechte, dass die DEC-Company in Europa ihren Kundenkreis um kleine und mittelstaendische Unternehmen vergroessert, was eine Ausweitung der Vertriebskanaele voraussetze. Zudem sollen Kooperationen mit Systemintegratoren und Value Added Resellers (VARs) dafuer sorgen, dass sich Digital als Anbieter von schluesselfertigen Loesungen in vertikalen Maerkten profilieren kann.

Eventuell weitere Personalkuerzungen

Der neue Europa-Chef plant zudem eine weitere Restrukturierung der europaeischen Unternehmensorganisation. Auf diesem Gebiet hat Damiani schon etliche Erfahrungen bei der IBM sammeln koennen, wo er zuletzt als General Manager Marketing und Service in Europa zustaendig war und in dieser Funktion fuer die Umstrukturierung von Big Blue in der Alten Welt verantwortlich zeichnete. Er schied bei der IBM im November letzten Jahres aus. Damiani loest Richard Poulsen ab und berichtet an Edward Lucente, Digitals Vice- President fuer Sales und Marketing, auch ein Ex-IBMer, der nach einem kurzen Intermezzo bei Northern Telecom zu Digital wechselte.

Fuer Digital schliesst der neue Europa-Chef weitere Personalkuerzungen ausser den bereits beschlossenen nicht aus. Nach den bisherigen Plaenen soll in Europa bis zum Ende des Geschaeftsjahres im Juli 1994 der Personalstand um rund 3000 Mitarbeiter gekuerzt werden. "In den naechsten zwei Monaten wollen wir die richtige Groesse von Digital festlegen. Es kann durchaus sein, dass noch mehr Stellen gestrichen werden muessen als bisher geplant", meint Damiani.

Vor allem aus Kostengruenden ist Damiani Digitals europaeisches Headquarter in Genf, das insgesamt rund 400 Mitarbeiter beschaeftigt, ein Dorn im Auge. Eine Straffung der Organisation, so Marktbeobachter, hat der DV-Riese Digital dringend noetig. "Ich erhalte manchmal technische Daten frueher als die zustaendigen Vertriebsmitarbeiter von DEC", zitiert das "Wall Street Journal" Lars Mieritz, Analyst bei der International Data Corp. Bei den Workstations musste Digital allerdings Markteinbussen hinnehmen. So verringerte sich der europaeische Marktanteil von 1989 bis 1991 von 27 auf 16 Prozent, berichtet die Dataquest-Analystin Karen Bentzen.

Dieser Rueckgang sei in erster Linie auf den relativ spaeten Einstieg bei den Alpha-Rechnern zurueckzufuehren. Eine Verbesserung dieses Geschaefts sei zu erwarten und fuer Digital sehr wichtig, da die Umsaetze mit den VAX-Rechnern zurueckgingen.Im ersten Quartal des Geschaeftsjahres 1993/94 setzte Digital 3,01 Milliarden Dollar um, neun Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Der Nettoverlust belief sich auf 83,2 Millionen Dollar und verringerte sich gegenueber den entsprechenden drei Monaten des Vorjahres um 177,3 Millionen Dollar.