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Der Kampf um die Eingangstür ins World Wide Web verschärft sich


29.05.1998 - 

Neue Runde im Vertragspoker der Betreiber von Internet-Suchmaschinen

Ohne Rücksicht auf bestehende Verpflichtungen versuchen immer mehr Web-Anbieter, sich als Einstiegsadresse für die Surftouren der wachsenden Netzgemeinde zu etablieren. Vormals reine Suchmaschinen werden zu Con- tent-Providern, umgekehrt ergänzen Firmen wie Netscape ihre Web-Site um eigene Suchfunktionen. Kehren Surfer regelmäßig auf ihre bevorzugten Seiten zurück, so lassen sich lukrative Geldquellen wie Werbeabkommen erschließen. Allerdings verlangen die Anwender ein umfangreiches Angebot vom Web-Katalog über kostenlose E-Mail bis hin zur eigenen Community.

Kampf um Prozente und Partnerschaften

Den erbittertsten Kampf um den Spitzenplatz der meistfrequentierten Web-Sites liefern sich nach wie vor Yahoo Inc. und Netscape Communications Corp. Im Vertragsroulette um Net- scapes bevorzugten Suchmaschinenpartner hatte Yahoo den kürzeren gezogen. Erste Wahl ist nun Excite, mit dem die Andreessen-Company einen weitgehenden Kooperationsvertrag abgeschlossen hat. 25 Prozent aller Suchanfragen auf der Netscape-Site werden künftig direkt an Excite durchgereicht, weitere 25 Prozent an die neuentwickelte gemeinsame Suchmaschine. Die restlichen 50 Prozent der direkten Verweise dürfen sich die vier "Premier Provider" Altavista, Infoseek, Look Smart und Lycos teilen. Yahoo bleibt nurmehr die Position eines ausgewählten Link-Partners. Daraufhin kündigte deren CEO Jeff Mallett zur Jahresmitte den exklusiven Katalog "Netscape Guide by Yahoo".

Doch Mallett hat noch andere Sorgen: Digital-Equipment-Ableger Altavista, der Yahoo bislang mit Suchtechnologie versorgte, schickt sich an, selbst ein Full-Service-Anbieter zu werden. In den vergangenen Monaten hatte Altavista seine eigene Suchmaschine im Web mit zahlreichen Content-Angeboten sowie kostenlosen Mail-Funktionen aufgewertet. Jüngster Coup ist die "Finance Zone" mit Nachrichten, Börsenkursen, Unternehmenscharts und anderen Wirtschaftsinformationen. Analysten sehen Altavista auf bestem Wege zu einem ernsthaften Mitstreiter um die Web-Portale.

Yahoo-Boß Mallet fackelte nicht lange und beauftragte die Inktomi Corp., binnen 90 Tagen die bisher verwendete Altavista-Suchtechnologie zu ersetzen. Inktomi hält sich aus dem Content-Geschäft klug heraus und präsentiert sich den nervös agierenden Streithähnen Netscape, Yahoo und Co. als reiner Lösungsanbieter für Such- und Cache-Technologien. Wie weit die Querverbindungen im Kampf der Portalanbieter reichen, zeigt die Tatsache, daß Yahoo ein Marketing-Abkommen mit AT&T abgeschlossen hat, obwohl dessen Konkurrenz MCI für das Back-end von Yahoos Online-Service verantwortlich zeichnet. AT&T wiederum versorgt die Yahoo-Rivalen Lycos, Excite und Infoseek mit Leitungskapazitäten.

Eine besonders feine Note erhält der Yahoo-Deal mit AT&T freilich durch die Tatsache, daß der Carrier vor kurzem die Gründung eines eigenen Web-Portals in Verbindung mit niemand anderem als Infoseek angekündigt hatte - getreu der Losung: jeder mit jedem gegen alle.