Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

02.08.1985 - 

Umfrage in der Metallindustrie verkündet:

Neue Technik verbessert die Arbeitsmoral

KÖLN (CW) - Computer am Arbeitsplatz bringen Monotonie, Disqualifikation und totale Kontrolle. Diese Befürchtungen widerlegt eine Umfrage in der Metallindustrie, In der ein Drittel der Arbeitsplätze elektronisch ausgestattet ist: Größere Zufriedenheit und höhere Motivation der Arbeitnehmer waren die Ergebnisse.

Die Studie des Züricher Soziologen und Sozialpsychologen Professor Dr. Gerhard Schmidtchen " Neue Technik - Neue Arbeitsmoral ", basierend auf einer von Infratest durchgeführten Befragung von Beschäftigten der Metallindustrie in Produktion und Verwaltung, beschreibt den technischen Wandel zur Mikroelektronik für die Mitarbeiter als überwiegend positives Erlebnis. Der Übergang zur neuen Technik sei in den Augen der Beschäftigten besonders charakterisiert durch weniger manuelle Arbeit, höhere Kapazität sowie Präzision der Produktion, aber auch durch gesteigerte Arbeitsqualität. Die Mitarbeiter sprächen weiter von vielseitiger, anregender und herausfordernder Arbeit.

Im wesentlichen übten sie jedoch in zwei Punkten Kritik. Es sei eine stärkere geistige Konzentration erforderlich, vor allem aber würden nicht mehr so viele Leute gebraucht.

Weniger Kontrolle - mehr Selbständigkeit

Die Erfahrungsberichte der Produktionsmitarbeiter an elektronischen Maschinen weisen einige Besonderheiten auf. Sie betonen beispielsweise den höheren Arbeitsanfall, wobei sich der Ablauf jedoch gleichmäßiger gestalte. Von Entwertung früherer Fähigkeiten und einseitiger Beanspruchung oder Gleichförmigkeit im Arbeitsprozeß ist weder an elektronischen Maschinen in den Fabrikhallen noch an den DV-Arbeitsplätzen die Rede, so der Forschungsbericht. An- und ungelernte Kräfte würden die " anregende Wirkung " der neuen Technik auf ihre Arbeit besonders schätzen. Allgemein wird betont, man lerne hinzu, die Arbeitsvorgänge machten Spaß, auch der zwischenmenschliche Kontakt wird gelobt. Als positiv gegenüber früher beurteilt der einzelne die nicht mehr vorhandene " persönliche " Kontrolle oder Überwachung: Gestiegene Selbständigkeit, mit der man sich einer Aufgabe widmen könne, sowie Eigenverantwortlichkeit seien ebenfalls Ergebnisse der technischen Entwicklung.

Weiterhin lasse sich bei Mitarbeitern im Elektronikarbeitsbereich eine höhere Motivation beobachten: Ihren Aussagen nach fühlen sie sich überdurchschnittlich gut in den Betrieb eingegliedert. Die Verbundenheit zeigt sich etwa in der Bereitschaft, im Unternehmen mitzudenken. Nach Verbesserungsmöglichkeiten halten laut Studie 37 Prozent der Beschäftigten Ausschau. Die Vorstellungen bewegten sich dabei im technischen sowie organisatorischen Bereich; dazu gehöre auch ein wirkungsvollerer Informationsfluß.

Die positive Wertung der modernen Technik zeigt sich auch im Vergleich der neuen Arbeitsbedingungen zum früheren Zustand. Das Rad der Zeit zurückschrauben wollten nur 11 Prozent der Befragten, 77 vom Hundert dachten " lieber nicht " an eine Rückkehr zum Arbeitsplatz alter Prägung.

*Gerhard Schmidtchen: Neue Technik - Neue Arbeitsmoral, Eine sozialpsychologische Untersuchung aber die Motivation in der Metallindustrie, Deutscher Instituts-Verlag, Köln

ISBN 3-602-34844-X, 28 Mark