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12.10.1979 - 

4. Internationale Konferenz über Softwaretechnik in München:

Neue Technologie macht Programmierer immer entbehrlicher

MÜNCHEN (je) - Nicht mehr, sondern bessere DV-Leute müssen die Lösung der zunehmend komplexer werdenden Aufgaben in die Hand nehmen. Dies war die einhellige Meinung unter den Referenten der 4. Internationalen Konferenz über Software-Technik, die während der zurückliegenden SYSTEMS-Tage in den Räumen der Technischen Universität München stattfand.

In die Zufriedenheit darüber, daß die einzelnen Methoden und Schulen des Software-Engineering konsolidierende Tendenz zeigten, mischten sich indes auch Zweifel: Professor Friedrich L. Bauer, General Chairman der Konferenz äußerte sich besorgt über die mangelnde Bereitschaft der EDV-Verantwortlichen draußen in der Praxis, dem einseitig befähigten Programmierer eine ausreichende und rechtzeitige Weiterbildung zu ermöglichen. Insoweit berge die neue Software-Technologie die Gefahr daß es eines Tages ein EDV-Proletariat geben könne. Dr. M. Meir ("Manny") Lehman, Professor am Imperial College, London, und Program Chairman der Konferenz, nannte als Schwerpunkte der Tagung eine Bestandsaufnahme ("State-of-the-art-Reflection") und das Einbringen neuer Ideen in die Software-Technik - dabei könne es sich manchmal durchaus auch um "alte" Ideen handeln. Lehman betonte die Verantwortung, in der sich die Wissenschaft sehe, was den richtigen Gebrauch der neuen Erkenntnisse angehe.

Lehman wies auch darauf hin, daß die Techniken und Methoden, die heute unter dem Begriff Software-Engineering zusammengefaßt werden, auf eine beginnende Konsolidierung des Gebietes hindeuten.

Er stellte jedoch klar, daß das Entstehen einer einheitlichen Software-Lehre kaum zu erwarten und wohl auch nicht wünschenswert sei. Man könne zufrieden sein, über wirksame Management-Techniken nun auch auf dem Software-Sektor zu verfügen. Damit lasse sich der früher häufig - vor allem in der Industrie - gemachte Fehler, größere Probleme mit einem Mehr an Leuten anzugehen, wirksam vermeiden.

Das Umfeld für die Software-Techniken bessere sich zusehends, war der allgemeine Tenor, und der Trend gehe zu Tools und Verfahren, die die Eigenschaften von Programmen schon vor deren Ausführung ermitteln. Die Herausforderung (nicht nur) an die Wissenschaft bestehe darin, bessere Fachleute für steigende Nachfragequantitäten auszubilden .

Die Münchener Veranstaltung beschäftigte sich mit folgenden Haupt-Themenkreisen:

- Datendefinition, Datenstrukturierung und Datenfluß,

- Konstruktive Techniken für die Spezifikation, Entwicklung und Pflege von robuster und verläßlicher Software,

- Pragmatische Techniken für die Spezifikation, Entwicklung und Pflege von robuster und verläßlicher Software,

- Programmierprozesse und Produktbewertung, Modellbildung und Modellinterpretation,

- Management, Schätzung und Planung der Lebensdauer,

- Rechnerunterstützte Umgebungen für Software-Technik,

- Fallstudien zu Effektivität und Konsequenzen der Software-Technik-Praxis,

- Die Gestaltung von DV-Anwendungen mit umfangreichen Software-Komponenten sowie

- Menschliche Faktoren in der Software-Lebensdauer.

Von den 1079 Konferenzteilnehmern - etwa zu gleichen Teilen aus Industrie und Hochschule - kamen 650 aus Deutschland, 85 aus Großbritannien, 41 aus Japan, 40 aus Frankreich, 17 aus den USA, die weiteren beispielsweise aus Australien, Kanada und Polen.

Vom 8. bis 12. März 1981 wird die 5. Internationale Konferenz über Software-Technik in San Diego stattfinden. Man will sich dann vor allem mit einschlägigen Fallstudien, der Automatisierung des Software-Engineering-Prozesses sowie Techniken und Tools zur Steigerung der Produktivität und Qualität der Software-Erstellung befassen. Interessenten wenden sich an: 5th ICSE, P.O. Box 639, Silver Spring, Md. 20901.