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03.12.1982 - 

Zirka zwanzig Prozent der Nutzungsmöglichkeiten erschlossen:

Neue Technologien im Vorgriff anwenden

FRANKFURT (pi) - Ein Verzicht oder auch nur die bewußte Verzögerung In der Nutzung der Mikroelektronik fährt mit Sicherheit zu lähmender Wettbewerbsschwäche und damit zu weiter steigender Arbeitslosigkeit. Diese Überzeugung äußerte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes der Elektronischen Industrie (ZVEI) Professor Dr. Rudolf Scheid vor Journalisten In Frankfurt.

Wettbewerbs- und Produktivitätserfolge erzielt laut Scheid nur wer sich bemüht, neue Technologien in Vorgriff auf die Entwicklung anzuwenden. Die Kritik am Produktivitätswachstum, die nur Freisetzungseffekte sehe, deute auf ein Denken in kurzen Kausalketten hin.

Der Produktivitätseffekt, der sich aus dem verstärkten Einsatz von Mikroelektronik ergebe, schlage sich nämlich unmittelbar in einem erhöhten Realeinkommen nieder. Dies sei die allein stabilitätskonforme Voraussetzung für eine Nachfrage, die Arbeitsplätze schaffe.

Nach Auffassung von Scheid ist die Durchdringung der Produktions- und Verwaltungsprozesse mit Mikroelektronik - gemessen an den darin liegenden Möglichkeiten - in der Bundesrepublik noch unzureichend. Für die Mikroelektronik werden heute bereits 25000 unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten gesehen. Es seien wahrscheinlich aber erst zehn bis zwanzig Prozent der Nutzungsmöglichkeiten erschlossen, die im Jahre 2000 zu erwarten sind.

Diese Schätzungen stimmten überein mit einer kürzlich veröffentlichten repräsentativen Befragung von 30000 Erwerbstätigen aller Berufsgruppen und Branchen durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Danach habe die Bundesrepublik erst eine niedrige Stufe der Anwendung moderner Produktionstechnik erreicht. Denn weniger als sechs Prozent der Erwerbstätigen befassen sich mit hochmechanisierten beziehungsweise automatisierten Tätigkeiten. Mehr als 75 Prozent arbeiten dagegen mit einfachen Arbeitsgeräten, und rund 18 Prozent können dem Sektor mittlere bis gehobene Mechanisierungsstufe zugeordnet werden.