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25.01.2007 - 

Vorspann 12/14ptxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Neue Unisys-Strategie trägt erste Früchte

Dank Restrukturierung und steigender Outsourcing-Einnahmen hat das Unternehmen seinen Verlust im Geschäftsjahr 2006 reduziert.

Trotz eines gegenüber 2005 bei 5,76 Milliarden Dollar stagnierenden Umsatzes konnte Unisys den Nettoverlust im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006 von 1,73 Milliarden auf 278,7 Millionen Dollar eindämmen. Ein Aufwärtstrend war vor allem im vierten Geschäftsquartal zu spüren: Die Einnahmen gingen zwar um ein Prozent auf 1,55 Milliarden Dollar zurück. Dafür erwirtschaftete der IT-Serviceanbieter und Server-Hersteller einen Nettogewinn von 21,3 Millionen Dollar. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte das US-amerikanische Unternehmen noch einen Verlust von 31,1 Millionen Dollar ausgewiesen.

Hintergrund waren vor allem die im vergangenen Jahr in Angriff genommenen Restrukturierungsmaßnahmen. Der Abbau der insgesamt 5600 angekündigten Stellen ist bereits zu 90 Prozent (4900 Stellen) erfolgt, die dadurch erzielten jährlichen Einsparungen schätzt das Management auf rund 280 Millionen Dollar. Weitere 450 Stellen sollen im ersten Quartal 2007 und die übrigen 250 im zweiten Quartal gestrichen werden. Bis Mitte dieses Jahres will Unisys damit insgesamt 340 Millionen Dollar einsparen.

Für CEO Joseph McGrath ist die Rückkehr in die Gewinnzone eine Bestätigung dafür, dass sein Unternehmen mit der neuen Strategie, sich auf die 500 wichtigsten Kunden aus den Branchen Finanzdienstleistungen, öffentlicher Dienst und Handel zu konzentrieren und nur noch in Bereiche zu investieren, die zweistellige Wachstumsraten bringen, auf dem richtigen Weg ist. "Das vierte Quartal war solide und profitabel, weil wir uns im Rahmen der Neupositionierung auf die Schlüsselmärkte fokussiert und unsere Kostenstruktur verbessert haben", fasste der Firmenchef zusammen.

84 Prozent des Gesamtumsatzes von Unisys entfallen auf das Servicegeschäft. Während die Einnahmen in den Bereichen Beratung, Infrastrukturservices und Wartung/Support rückläufig sind, hat das Outsourcing-Geschäft im vergangenen Jahr stark angezogen. Speziell im vierten Quartal konnte das Unternehmen mehrere große Auslagerungsverträge an Land ziehen. Nach den Worten von Nick Wilson, Chef von Unisys Großbritannien, wirkt sich dabei auch der derzeitige Trend zum Multi-Sourcing positiv aus: "Die Kunden haben erkannt, dass kein IT-Dienstleister alles bieten kann, und davon profitieren wir." Auch beim Thema BPO (Business Process Outsourcing) plant CEO McGrath neue Anläufe. Nach den unliebsamen Erfahrungen mit zwei gescheiterten BPO-Deals in Großbritannien habe der Anbieter aus seinen Fehlern gelernt.

Jetzt komme es darauf an, in die fünf strategischen Wachstumsfelder Outsourcing, IT-Sicherheit, Open Source, Echtzeit-Infrastruktur (On-Demand-Modelle) sowie Microsoft-Lösungen zu investieren und die Global-Delivery-Kapazitäten auszubauen. So will Unisys vor allem in den Service-Zentren in Indien und China neue Ressourcen aufbauen. Nachdem der IT-Dienstleister den Offshoring-Trend fast verschlafen hätte, hatte er im Sommer vergangenen Jahres angekündigt, bis 2008 rund 6000 Mitarbeiter das entspräche dann 20 Prozent der Belegschaft in Bangalore und Shanghai zu beschäftigen.

Gleichzeitig betonte McGrath aber, dass die Restrukturierung noch nicht abgeschlossen sei. Unisys müsse die Kosten noch stärker senken. Nur so sei das erklärte Ziel zu erreichen, die operative Marge bis 2008 auf acht bis zehn Prozent zu erhöhen. Aus diesem Grund werde sein Unternehmen auch keine Prognose für das Geschäftsjahr 2007 veröffentlichen. Der Manager rechnet aber damit, dass die Bereiche Outsourcing und Infrastrukturservices etwa so stark wie der Markt zulegen werden. Insgesamt also rückläufige Bereiche eingerechnet sei ein "moderates Wachstum" in diesem Jahr zu erwarten.

Etwas konkreter äußerte sich Deutschland-Geschäftsführer Dietrich Schmitt zur hiesigen Entwicklung: "Wir werden in diesem Jahr um zwanzig Prozent gegenüber 2006 zulegen und den Profit deutlich verbessern", so seine optimistische Einschätzung. Einer der Gründe hierfür sei, dass die Umsetzung der neuen Strategie hierzulande besonders weit gediehen sei.

Vor allem das Thema Security biete viel Potenzial, "und zwar im weiteren Sinne", wie Schmitt erläutert: "Hierzulande werden die Anwendungslandschaften wieder heterogener: Neben den traditionellen SAP-Systemen werden neue Applikationen auf anderen Plattformen etwa Linux oder Windows - aufgebaut. Die Integration dieser verschiedenen Welten ist daher nach wie vor extrem wichtig und auch anspruchsvoller als einzelne IT-Sicherheitsaspekte wie Datenschutz oder Datensicherheit."

Zudem legt das Auslagerungsgeschäft auch hierzulande weiter zu. Erst vor zwei Wochen hat Unisys Deutschland einen neuen Deal an Land gezogen: Die BSN Medical Care GmbH erteilte dem Unternehmen einen Outsourcing-Auftrag über 35 Millionen Dollar.

Positive Effekte ergeben sich ebenfalls aus der Fokussierung auf On-Demand-Modelle, ist Schmitt überzeugt: "Angesichts der fortschreitenden Globalisierung, die dynamische Antworten fordert, müssen Anwendungen und Infrastrukturen schneller angepasst werden. Und die Kunden wollen natürlich keine Verträge über mehrere Jahre abschließen, ohne zu wissen, ob sie bestimmte Leistungen dann überhaupt noch in Anspruch nehmen." (sp)