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06.01.1995

Neue Version fuer kommendes Fruehjahr geplant HPs Unix-Derivat ist noch nicht ausgereift fuer Multi-CPU-Systeme

MUENCHEN (CW) - Hewlett-Packard (HP) sieht sich zwar als genuinen Erbfolger des von der IBM zurueckgelassenen Machtvakuums und moechte dies mit seinen alternativen Mainframe-Konzepten auch demonstrieren. Trotzdem entscheiden sich Anwender immer wieder - gerade auch in prestigetraechtigen DV-Projekten - fuer die Systeme anderer Hersteller. Dies gilt besonders dann, wenn die Skalierbarkeit von Rechnern zur Disposition steht.

Gerade bei Multiprozessor-Maschinen ist das reibungslose Zusammenwirken von Hardware und Betriebssystem-Software entscheidend. Denn nur, wenn letztere in der Lage ist, weitere CPUs so zu unterstuetzen, dass fuer den Anwender auch ein spuerbarer Leistungszuwachs erkennbar ist, macht Skalierbarkeit Sinn.

Hier aber scheidet sich die Spreu vom Weizen: HP bietet zwar mit seinen "HP9000"-Systemen der "T500"-Linie Rechner, die theoretisch das Erbe herkoemmlicher Mainframes antreten koennen. In der Praxis zeigt sich aber bei den mit HP-PA-RISC-Prozessoren arbeitenden Grossrechneralternativen, dass das unterlegte Unix-Derivat HP-UX das Konzept des symmetrischen Multiprocessings (SMP) weniger gut umsetzen kann, als dies etwa SMP-Spezialist Sequent mit seinem Unix-Derivat "Dynix/ptx" verwirklicht.

Bei zwei imagetraechtigen Projekten zog HP deshalb unlaengst den kuerzeren: Sowohl die Hotelkette Hyatt Hotel Corp. als auch Airbus- Konkurrent Boeing entschieden sich gegen das HP-Angebot und fuer die SMP-Systeme "Symmetry 5000" der Sequent Computer Systems Inc. aus Beaverton, die mit Pentium-Chips rechnen.

HP-UX braucht noch einigen Feinschliff

"In puncto Skalierbarkeit, also der Moeglichkeit, die Rechenleistung des Systems durch zusaetzliche Prozessoren auszubauen, entsprechen die Sequent-Maschinen unseren Erwartungen am besten", erklaerte Pat Baldwin, MIS-Manager bei Boeing.

John Biggs, verantwortlicher DV-Mann bei Hyatt, vertrat die Ansicht, HP muesse dem HP-UX-Betriebssystem noch einigen Feinschliff verpassen. Erst dann koenne das Unix-Derivat den Aufgaben einer SMP-Umgebung gerecht werden. Interessant am Fall Hyatt ist, dass die DV-Manager der Nobelhotels von Pyramid- Maschinen auf Sequent-Rechner umstiegen. Pyramid stellt SMP- Systeme her, die mit Mips-RISC-Prozessoren kalkulieren.

Allerdings arbeitet HP bereits daran, die Defizite von HP-UX zu beheben. Version 10.0, ohnehin verspaetet und nun fuer das erste Quartal des neuen Jahres avisiert, soll die bekannten Schwaechen vergessen machen. Mit dieser Betriebssystem-Variante wuerde durch zusaetzliche Prozessoren gewonnene Rechenleistung nicht mehr vom System-Overhead geschluckt, sondern dem Anwender als halbwegs lineare Steigerung des Rechenvermoegens zur Verfuegung stehen. Allerdings wollten sich HP-Verantwortliche nicht im Detail zu den Verbesserungen von HP-UX 10.0 auslassen.

Ungeachtet dieser Kritikpunkte kann HP darauf verweisen, dass sich die Zahlen des Geschaefts mit Unix-Servern sehr erfreulich entwickeln: Dataquest-Analyst David Mills errechnete fuer 1994 eine Steigerung von 40 Prozent.