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29.03.2002 - 

Data-Warehouse-Anwender müssen künftig mehr zahlen

Neue Vertragsauslegung kostet Oracle-Kunden viel Geld

TORONTO (CW) - Der Datenbanksoftwarehersteller Oracle will von seinen Kunden mehr Geld. Eine neue, kleinlichere Auslegung der bestehenden Lizenzverträge kann dazu führen, dass sich für Data-Warehouse-Nutzer die Gebühren deutlich erhöhen. Das Beratungsunternehmen Meta Group empfiehlt, nicht zu zahlen.

Auf Anwender, die die Oracle-Datenbank als Data Warehouse für Drittanwendungen benutzen, kommen höhere Kosten zu. Die Meta Group beobachtete in jüngster Vergangenheit, dass Oracle bestehende Lizenzverträge neu interpretiert. Hintergrund sind die Bedingungen beim Einsatz von Programmen, bei denen die Anwender nur indirekt auf die Datenbank zugreifen - im "Multiplexing"-Verfahren. Hierbei berechnet sich der Preis nach der Zahl der Endbenutzer, auch wenn technisch nur ein Benutzer an der Datenbank angemeldet ist. Diese Konstellation tritt zum Beispiel auf, wenn die Kunden eines Unternehmens über einen Web-Server auf die Datenbank zugreifen. In diesem Fall ist nur das Programm, das auf dem Web-Server läuft, als Datenbank-User registriert. Das Unternehmen hat dann die Wahl, für die Zahl der Kunden oder für die benötigte Maschinenleistung zu zahlen.

Diese Lizenzmodell weitet der Datenbankherstller nun auch auf Data-Warehouse-Kunden aus - allerdings auch dann, wenn die Benutzer gar nicht mit der Datenbank arbeiten. In einem der Meta Group bekannten konkreten Fall wird die Oracle-Datenbank mit den Daten einer auf DB2 basierenden Mainframe-Anwendung gefüllt. An dem Großrechner arbeiten rund 5000 User, mit dem Data Warehouse aber nur 80. Bislang hat das Unternehmen Lizenzen für die Zahl der Data-Warehouse-Anwender gezahlt. Nun verlangt Oracle für diesen Batch Feed mit Hinweis auf die Multiplexings-Klausel Lizenzgebühren für die 5000 angeblich indirekten Nutzer - obwohl diese gar nicht aktiv auf die Datenbank zugreifen. "Es gibt bei Oracle nur ein geringes oder gar kein Wachstum bei den Lizenzeinnahmen", glaubt Mark Shainman, Senior Research Analyst bei der Meta Group, den Hintergrund für diese Auslegung zu kennen. "Also müssen sie irgendwo Umsatz finden, da sie ein quartalsgetriebenes Unternehmen sind."

"Oracles Preis- und Lizenzbedingungen hinsichtlich der Behandlung von Multiplexing- oder Batch-Prozessen sind einheitlich und seit Jahren in Kraft", begründet Oracle in einer Stellungnahme das Vorgehen. Die nun aufgetretenen Fälle beträfen "eine Handvoll" Anwender, die die Verträge "missinterpretiert" hätten. Die Meta Group sieht das anders. Ihrer Meinung nach hat Oracle bislang Batch Feeds nicht als eine Form von Multiplexing angesehen. "Ich habe in den vergangenen zwei Jahren Hunderte von Verträgen überprüft, keiner davon hat Vorschriften dieser Art enthalten", stellt Shainman klar. Oracle interpretiere die Verträge falsch. Daher empfiehlt das Beratungsunternehmen, den höheren Forderungen nicht nachzukommen und gegebenenfalls vor Gericht zu ziehen.

Nach Einschätzung der Deutschen Oracle User Group (Doag) spielt das Thema hierzulande bisher noch eine geringe Rolle. Bislang sind der Doag keine Fälle bekannt geworden, in denen Data-Warehouse-Kunden mit höheren Lizenzgebühren konfrontiert worden sind. (mo)