Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

30.04.2007

Neue Warnstreiks der Metaller

BERLIN (Dow Jones)--Die IG Metall hat ihre Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie am Montag ausgeweitet. Am Morgen begann bei DaimlerChrysler in Düsseldorf der erste Warnstreik in Nordrhein-Westfalen. 800 bis 1000 Mitarbeiter der Nachtschicht legten gegen 3.00 Uhr die Arbeit nieder. IG-Metall-Bezirkschef Detlef Wetzel bekräftige die Lohnforderungen der Gewerkschaft. Die IG Metall will für die Arbeitnehmer eine Einkommenserhöhung von 6,5% durchsetzen. Die Arbeitgeber haben bislang ein Angebot von bislang insgesamt 3,0% präsentiert, davon 0,5% als Konjunkturbonus. Union und das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) kritisierten die Gewerkschaftsforderung.

Wetzel nannte das Arbeitgeberangebot in Düsseldorf eine Unverschämtheit. Der Wirtschaftsaufschwung dürfe nicht nur in den Vorstandsetagen ankommen. Auch die Arbeitgeber müssten etwas davon haben. "Die Arbeitgeber müssen sich endlich bewegen", forderte er. Wetzel lehnte einen Konjunkturbonus ab und verlangte stabile Einkommensanhebungen. In dieser Woche würden sich in NRW rund 100.000 Arbeitnehmer in etwa 600 Betrieben an Warnstreiks beteiligen.

Der Düsseldorfer DaimlerChrysler-Betriebsratschef Thomas Weilbier sagte, die Arbeitnehmer wollten deutlich mehr Geld und das schnell. Die Forderung nach 6,5%mehr Lohn und Gehalt sei mehr als berechtigt.

RWI-Präsident Christoph M. Schmidt warnte vor kräftigen Lohnerhöhungen. "Wenn es keinen Arbeitsplatzabbau geben soll, ist der Verteilungsspielraum gesamtwirtschaftlich nicht größer als 2%", sagte er. Allerdings ließen sich bei einer günstigen Lage in einzelnen Betrieben Einmalzahlungen rechtfertigen. Die IG Metall habe mit der brummenden Wirtschaft zwar ein gutes Argument auf ihrer Seite. "Aber sie brummt eben auch deshalb, weil die Lohnzurückhaltung der vergangenen Jahre den Weg dafür bereitet hat", sagte Schmidt.

Auch greife das Argument der Gewerkschaften nicht, durch einen hohen Lohnabschluss werde die Binnenkonjunktur gestärkt. "Kostengünstiges Produzieren ist für langfristiges Wachstum viel wichtiger als der private Konsum", argumentierte Schmidt.

Der Vorsitzende des Unions-Parlamentskreises Mittelstand, Michael Fuchs (CDU), sagte, Jahr 2006 sei in der Metallbranche zwar gutes Geld verdient worden. "Also kann man jetzt auch einen großen Schluck aus der Pulle nehmen», sagte Fuchs. Er plädiere aber für betrieblich differenzierte Einmalzahlungen anstelle hoher prozentualer Erhöhungen, die die Branche dann auch in schlechten Jahren tragen müsse. Zurzeit gebe es viele Unternehmen, bei denen die Geschäfte hervorragend laufen. "Aber es gibt beispielsweise auch die Automobilzulieferer, die von ihren Großabnehmern Preisdruck bekommen und die Gewerkschaftsforderungen gar nicht lustig finden", sagte Fuchs.

Der Basislohn in der Metallbranche sei schon recht hoch. IG Metall und die Arbeitgeber müssten sich bewusst sein, dass ein Streik in dieser Situation der Wirtschaft enorm schade.

Die Gewerkschaft hatte sich mit den Arbeitgebern am vergangenen Donnerstag auch in der vierten Verhandlungsrunde nicht auf einen neuen Tarifabschluss für die rund 700.000 Beschäftigten der Branche einigen können. Ebenfalls am Montag sollte der Warnstreik von mehreren hundert Beschäftigten von Siemens PGI in Duisburg beginnen. Weitere Kundgebungen waren in Bocholt, Vreden, Krefeld und Recklinghausen geplant. In Baden-Württemberg wollen die Tarifparteien am Donnerstag weiter verhandeln.

DJG/hab

Copyright (c) 2007 Dow Jones & Company, Inc.