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19.07.2007

Neue Web-Messung: Zeit ist künftig Geld

Nielsen/Netratings zählt neben Page Impressions auch Verweildauer auf einer Site.

Eine neue Ära in der Messung von Web-Seiten-Zugriffen leitet die Agentur Nielsen/Netratings ein: Künftig stehen nicht mehr die reinen Klicks an erster Stelle, sondern die von den Surfern auf einer Seite tatsächlich verbrachte Zeit. Hintergrund ist die Tatsache, dass moderne Webseiten ihre Inhalte verändern können, ohne dass die gesamte Seite neu geladen (und neu gezählt) wird. Hinzu kommt die steigende Nutzung von Online-Musik und -Videos: Hier sitzt der Surfer minutenlang vor einer Seite, was indes nur als ein Klick gezählt wird.

Irrelevant seien Klicks als Messgröße auch in Zukunft nicht, berichtet Nielsen. Allerdings sei der Klick als Einheit nicht mehr genau genug, um die heutige Webnutzung adäquat zu messen. So hat MySpace rund zehnmal so viele Zugriffe wie YouTube, aber die Zahl der auf MySpace gesurften Minuten ist nur dreimal so hoch. Wenn die Surfdauer in der Messung berücksichtigt würde, hätten es Werbetreibende leichter, ihre Anzeigen gezielter zu schalten, so die Argumentation. Der Wechsel der Berechnungsmodelle wird sich umgehend auf die Ranglisten der "größten" Websites auswirken.

So profitiert AOL etwa dank seines populären Instant Messengers von der Umstellung. Google hingegen wird verlieren, da die Surfer dort nur für eine kurze Dauer verweilen. (ajf)