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29.04.2005

Neue WLAN-Technik für Unternehmen

Kommende IEEE- und IETF-Standards sollen die Interoperabilität von Funknetzen verbessern und den Betrieb firmenweiter WLANs vereinfachen.

Lange Zeit schien es, als würden nur zwei Themen die Diskussion um die Weiterentwicklung der WLAN-Technik prägen: mehr Sicherheit in Form des IEEE-Standards 802.11i und höhere Geschwindigkeiten im Bereich von über 100 Mbit/s, wie sie die künftige Spezifikation 802.11n definiert. Eher unbemerkt vom Marketing-Getöse arbeiten jedoch die Normierungsgremien des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) sowie der Internet Engineering Task Force (IETF) an WLAN-Erweiterungen, die vor allem für professionelle Unternehmensanwender von Interesse sind.

So wird etwa darüber diskutiert, ob die Zukunft nicht "Thin Access Points" gehört, die gegenüber den heutigen "Fat Access Points" , die alle Intelligenz an Bord haben, den Betrieb größerer Funknetze vereinfachen sollen. Zudem sind neue Protokolle im Gespräch, die speziell beim WLAN-Switching die Interoperabilität zwischen dem Equipment verschiedener Hersteller verbessern sollen. Last, but not least will man mit neuen Standards das wachsende Problem der Interferenz zwischen verschiedenen Access Points in den Griff bekommen: Der Siegeszug der WLANs entpuppt sich nämlich immer mehr als Fluch, wenn in Bürogebäuden mit mehreren Firmen sich die Access Points gegenseitig stören.

Letztlich, so charakterisiert das Marktforschungsinstitut In-Stat die Situation, befindet sich der Enterprise-WLAN-Markt am Scheidepunkt. Dabei sei neben dem Trend zu Thin Access Points noch eine andere Entwicklung zu beobachten: Immer mehr Switch-Hersteller wie Cisco, Extreme oder Foundry gehen dazu über, die WLAN-Switching-Funktionalität in ihre klassischen Netz-Switches zu integrieren. Eine Tendenz, die vor allem WLAN-Switching-Anbieter wie Aruba oder Trapeze bedroht, die als Pioniere dieses Marktsegment beackerten.

Diese Marktentwicklung ist auch einer der Gründe dafür, warum sich die IETF-Arbeitsgruppe "Control and Provisioning of Wireless Access Points" so schwer damit tut, einen Interoperabilitätsstandard für WLAN-Switches und Access Points zu verabschieden. Eigentlich schien das Thema mit dem Vorschlag von Airespace für LWAPP (Lightweight Access Point Protocol) schon erfolgreich bearbeitet zu sein. Doch die Situation änderte sich im Januar schlagartig, als Cisco Airespace kaufte.

Aus Angst davor, dass Cisco bei der Weiterentwicklung von LWAPP primär eigene Interessen wie die Structured Wireless Aware Network Architecture (SWAN) verfolgen und weniger den Interoperabilitätsgedanken in Multivendor-Umgebungen vor Augen haben werde, verloren andere Akteure das Interesse an diesem Ansatz. Die Hersteller äußern ihre Befürchtungen jedoch nur hinter vorgehaltener Hand. Offiziell begründen sie ihre Ablehnung damit, dass LWAPP den Entwicklern ein zu enges Korsett angelegt hätte und zudem zu wenig Spielraum für die Verknüpfung mit Techniken wie Wimax oder RFID lasse.

Genau diese Möglichkeiten soll das von Trapeze, Aruba und anderen propagierte SLAPP (Simple Lightweight Access Point Protocol) eröffnen. So ist SLAPP laut Jim Vogt, President und CEO von Trapeze, nicht nur für WLANs gemäß IEEE-Standard 802.11 konzipiert, sondern auch für neue Technologien wie Ultrawideband, RFID und Wimax. Aus technischer Sicht legt SLAPP dabei fest, wie ein Access Point einen Switch sowie Authentifizierungsmechanismen erkennt und wie ein Steuerprotokoll für den weiteren Datenaustausch ausgehandelt wird.

Switching mit SLAPP

In der Praxis könnte eine entsprechende SLAPP-Implementierung folgendermaßen funktionieren: Wenn der Anwender einen beliebigen Access Point mit einem WLAN-Switch verbindet, erkennt der Access Point diesen. Vom Switch lädt er sich dann das entsprechende Bootimage als Software herunter. Mit dieser bootet der Access Point und kann dann ohne manuelle Konfigurationsarbeiten mit dem Switch kommunizieren. Der Vorteil von SLAPP, so Vogt, ist dabei, dass das Verfahren hardwareunabhängig arbeitet. Ferner versicherte der CEO, dass die meisten älteren Access Points des Enterprise-Marktsegments mit dem neuen Verfahren zurechtkommen sollten.

Die Diskussion um den künftigen Interoperabilitätsstandard ist jedoch nur ein Punkt, der die Weiterentwicklung der WLAN-Technik prägt. Auf der anderen Seite arbeitet die IEEE an einigen Erweiterungen des 802.11-Standards (siehe Kasten "Die WLAN-Standardfamilie der IEEE"). Gerade die neuen Definitionen 802.11k, s und v eröffnen für Unternehmensanwender ein breites Feld an bisher ungewohnten Möglichkeiten. Wenn die Access Points künftig, wie in 802.11k definiert, standardisiert Informationen über ihre Funk- und Netzaktivitäten austauschen, lassen sich etwa Zugangsknoten einrichten, die ihre Funkleistung untereinander so regulieren, dass sich ihre Funkzellen nicht gegenseitig stören.

Einen ersten, nicht standardisierten Ansatz, der in diese Richtung geht, hat Netgear in Kooperation mit Autocell verwirklicht: Ein Access Point, welcher mit Autocell ausgerüstet ist, hört die Umgebung ab, um Interferenzen oder andere Wireless-Netzwerke zu identifizieren. Daraufhin stellt er sich automatisch auf den freiesten und besten Kanal ein und regelt die Leistungsabgabe entsprechend herauf oder herunter, um Interferenzen zu vermeiden.

Zudem vereinfachen die neuen Standards laut David Danielson, Vice President beim Wireless-Gateway-Spezialisten Blue- socket, das Erkennen und Blockieren nicht autorisierter Access Points. Diese sollen künftig bereits auf den unteren Netzebenen automatisch aus dem Netz ausgesperrt werden. Entsprechende Detektoren, die ein komplettes Gebäude überwachen können, will Bluesocket im Juli auf den Markt bringen.

Neue Anwendungen

Ein anderes Szenario ist die Option, eine Access Policy für die Funknetznutzung künftig nicht nur in Abhängigkeit vom Benutzer, sondern auch der Lokation zu definieren: Ein Entwickler hätte so beispielsweise nur im Forschungszentrum Zugriff auf die Daten neuer Produkte, während er auf dem restlichen Unternehmensgelände per WLAN nur auf das allgemeine Intranet oder seine E-Mails zugreifen kann. Die hierbei verwendeten Mechanismen spezifizieren die Standards 802.11k, s und v. (hi)