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07.06.1991 - 

486er von DEC brilliert mit Workstation-Fähigkeiten

Neuer Anlauf bei PCs: Digital will lausiges Image loswerden

07.06.1991

MÜNCHEN (CW) - Durch die Ankündigung eines 486-PCs mit Workstation-Charakteristika sowie eines 286-PCs unterstreicht Mini-Marktführer Digital Equipment seine Entschlossenheit, das PC-Geschäft in den Griff zu bekommen. Neben anerkennenden Worten von Branchenkennern gibt es aber auch warnende Stimmen: Kritisiert wird vor

allem das Fehlen eines schlagkräftigen Händlernetzes.

Im Juni 1991 soll das 486-System in Deutschland verfügbar sein, dessen Name programmatisch ist: "DECpc 433 Workstation". Damit will Digital offensichtlich die Verschmelzung der Leistungsmerkmale aus PC- und Workstation-Umgebungen signalisieren.

Der in Zusammenarbeit von Digital- und Intel-Ingenieuren entwickelte PC basiert auf einem 486-Prozessor (33 Megahertz) und wird standardmäßig mit 8 MB Hauptspeicher ausgeliefert. Auf der hochintegrierten Mutterplatine brachten die Techniker Ethernet-Controller, SCSI-Schnittstelle, einen Diskettenlaufwerks- und IDE-Festplatten-Controller, die Ports für Maus und Tastatur sowie serielle und parallele Schnittstellen unter.

Auflösung von 1280 x 1024 Bildpunkten

Was den in den USA ohne Monitor für knapp 6000 Dollar angebotenen Rechner - für Deutschland waren Preise noch nicht zu erfahren - in erster Linie interessant macht, sind seine Grafikfähigkeiten, die ihn an das Workstation-Niveau heranreichen lassen.

Der Grafik-Controller, den DEC entwickelt hat und der als separates Upgrade-Board verkauft werden soll, umfaßt den Grafik-Koprozessor 34020 von Texas Instruments (32 Megahertz), zwei MB Videospeicher und sieben ASICs.

Vor allem die unterstützte Auflösung von 1280 x 1024 Bildpunkten mit 256 Farben soll das DEC-Argument vom PC mit Workstation-Eigenschaften unterstreichen.

Windows 3.0 im Digital-Repertoire

Anwender können die wesentlichen grafikorientierten Anwendungen und Standards nutzen: Windows 3.0 gehört ebenso zum Digital-Repertoire wie der Presentation Manager unter OS/2, X-Windows-Anwendungen unter SCOs Open Desktop-Umgebung, GEM 3.0 sowie IBMs Grafikmodus 8514/AI und das DEC-eigene Decwindows 4.0.

In drei Modellversionen liefert DEC das 286-System "DECpc 222" aus, welches die Decstation 220 ersetzt. Eine Variante besitzt kein Diskettenund Festplattenlaufwerk. Die beiden anderen VGA-Rechner bieten beide Peripherieoptionen in verschiedenen Kapazitäten (40- oder 120-MB-Festplatte). Die Preise für diese Rechner beginnen bei 2500 Mark.

Mit der nun seit Monaten andauernden Ankündigungsflut im PC-Sektor holt DEC lange Versäumtes nach. Bill Bluestein, Analyst beim Marktforschungsinstitut Forrester Research Group, hat allerdings Zweifel, ob der Minicomputer-Hersteller sich nicht zu lange auf seine angestammte VAX-Klientel verlassen und es dabei versäumt hat, rechtzeitig ein schlagkräftiges Händler- und Distributorennetz aufzubauen: "Was beispielsweise das Buhlen um VARs betrifft, so hängt DEC etwa gegenüber HP und Compaq um zwei Jahre zurück."

DECs neues Integrationskonzept

Digital Deutschland hat dieses Problem jedoch erkannt: Anläßlich der Präsentation von fünf PC-Systemen auf der CeBIT, die teils in Zusammenarbeit mit Ing. C. Olivetti entwickelt und vertrieben werden, stellte der VAX-Hersteller in einem "Mission Statement" sein neues Integrationskonzept vor, das DEC potentiellen Kunden als Lösungsanbieter darstellen soll.

Um die eigene Direktverkaufsorganisation "Decdirekt" für das PC-Geschäft und die gesamte Desktop-Palette zu unterstützen, ging die deutsche -Tochter ein Vertriebsabkommen mit der Electronic 2000 Computer-Systeme GmbH ein. Die Münchner sollen kundenspezifische Konfigurationen und Installationen, Vernetzungen sowie Schulungen durchführen.

Zwei neue Distributoren

Für die Vermarktung DEC-spezifischer PC-Integrationsprodukte zeichnen zudem seit einigen Wochen zwei weitere Distributoren verantwortlich: Die Unterhachinger Adcomp Datensysteme GmbH soll den Erfolg und Marktdurchsatz der Digital-PCs durch die Konzentration auf DECs PCSA-Produktgruppe (Personal Computing System Architecture) fördern. Hierzu gehört vor allem ein unter dem Namen "Pathworks" laufender "Werkzeugkasten" von Software-Integrations-Tools zur Einbindung von DOS- und OS/2-PCs und MAC-Rechnern in die VAX/VMS- sowie Ultrix-Welt.

Mit ihrer Kundenbetreuung in Fragen der Unterstützung von heterogenen Netzwerken sowie von Kommunikationslösungen ist auch die DNS-Softsel GmbH Steigbügelhalter für die PC-Offensive der Amerikaner. Darüber hinaus sollen die Olchinger auch die Vermarktung des PCSA-Angebots forcieren.