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26.05.2000 - 

Amsterdamer Gericht entscheidet über Klageerhebung

Neuer Chairman soll World Online aus der Krise führen

AMSTERDAM (CW) - Alle Hoffnungen beim derzeit krisengeschüttelten Internet-Service-Provider (ISP) World Online ruhen nun auf einem prominenten Neuzugang: Der führende Microsoft-Manager James Kinsella soll ab 1. Juni als Chairman fungieren.

Kinsella, bisher Vice President bei Microsoft und CEO von Msnbc.com, wurde vom World-Online-Aufsichtsrat nominiert und soll zusammen mit CEO Simon Duffy das Unternehmen wieder aus den Schlagzeilen und in ruhigeres Fahrwasser bringen. Die Glaubwürdigkeit der Company hatte schweren Schaden genommen, nachdem vor einigen Wochen bekannt geworden war, dass Firmengründerin Nina Brink bereits Monate vor dem Mitte März erfolgten Börsengang einen Großteil ihrer Aktien unter dubiosen Umständen an eine US-Fondsgesellschaft verkauft hatte.

Brink musste daraufhin von ihrem Posten als Chairman zurücktreten. Die World-Online-Aktie, die schon am zweiten Handelstag weit unter ihren Ausgabepreis von 43 Euro gefallen war, ging daraufhin in den freien Fall über und rangierte zuletzt bei knapp 14 Euro. Das Unternehmen, das ursprünglich mit dem Anspruch, Europas größter ISP zu werden, angetreten war, galt bei Experten bereits vor dem Going Public als hoffnungslos überbewertet - ein Urteil, das durch die jüngsten Quartalszahlen untermauert wird. So sind im ersten Quartal 2000 zwar die Umsätze gegenüber dem vierten Quartal 1999 von 29,2 auf 40,5 Millionen Euro gestiegen. Allerdings auch die Verluste, und zwar von 50 auf 79 Millionen Euro.

Ungemach dürfte der Company in jedem Fall auch noch seitens der Aktionäre drohen. 1200 World-Online-Anleger haben ihre Ankündigung wahr gemacht und inzwischen bei einem Amsterdamer Gericht Klage gegen das Unternehmen, die Gründerin Nina Brink sowie die am Börsengang beteiligte Investmentbank ABN Amro Holding eingereicht. In einer ersten Anhörung monierte der beauftragte Anwalt der Kläger irreführende beziehungsweise sachlich unkorrekte Formulierungen im Emissionsprospekt und sprach in diesem Zusammenhang von schwerwiegenden Verletzungen des Aktienrechts. Die Anleger fordern von World Online beziehungsweise ABN Amro den Rückkauf der Aktien zum Emissionspreis von 43 Euro. Jetzt will das Gericht dem Vernehmen nach entscheiden, ob es zu einem offiziellen Verfahren kommt.