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09.02.2001 - 

Nach wiederholt verfehlten Prognosen

Neuer Firmenchef will Beta Systems aus der Krise führen

BERLIN (CW) - Nach dem Wechsel an der Führungsspitze will sich die Beta Systems Software AG jetzt stärker auf die Geschäftsfelder Storage- und Dokumenten-Management fokussieren. Die bereits laufende Restrukturierung soll den Berliner Hersteller von Automatisierungssoftware für Großrechner wieder in die Gewinnzone bringen.

Seit Beginn dieses Jahres leitet Karl-Joachim Veigel die Geschicke des angeschlagenen Softwareunternehmens Beta Systems. Der 49-jährige Ex-Siemens-Manager trat die Nachfolge von Christiane Hotz-Firlus an, die zum Jahreswechsel das Unternehmen verließ und damit die Konsequenzen für eine wiederholt verfehlte Geschäftspolitik zog. Veigel will den bereits eingeleiteten Restrukturierungskurs fortsetzen und den Ausbau der beiden Geschäftsfelder Dokumenten- und Speicher-Management forcieren.

Einnahmen im Storage-Bereich erzielt Beta Systems bis dato erst in Übersee, wo die Berliner 1998 mit dem Kauf des kanadischen Unternehmens Harbor Systems den Grundstein für die neue Geschäfts-Unit legten. Im April letzten Jahres wurde dann die Storage-Division von Harbor in das neugegründete US-Tochterunternehmen Tantia Technologies, Inc., mit Sitz in Boulder, Colorado, eingebracht.

Veigel rechnet damit, dass der Bereich Storage-Management, der bislang etwa zwölf Prozent zum Umsatz beisteuerte, in zwei Jahren "eine der tragenden Säulen" von Beta Systems sein werde. "Was den Vertrieb angeht, stehen wir in den USA erst am Anfang", muss er allerdings einräumen.

Kein Thema ist für Veigel nach dem verunglückten US-Engagement der Vertrieb von Großrechnersoftware in den Staaten. Aufgrund hoher Kosten und einer nur geringen Nachfrage nach Softwareapplikationen für das Datacenter-Management verkauften die Berliner im letzten Jahr ihre beiden US-Tochtergesellschaften. Das Stammgeschäft von Beta Systems gestaltet sich mit Wachstumsraten, die zwischen fünf und zehn Prozent liegen, aber auch hierzulande schwierig.

Veigel will deshalb auch in Deutschland das Produktportfolio zügig erweitern, um das Unternehmen aus der momentanen Schieflage herauszuführen und die Performance des seit Juli 1997 am Neuen Markt notierten Unternehmens zu verbessern. Erst im November kündigte Beta Systems - das Unternehmen verfehlte bereits in der Vergangenheit wiederholt die Prognosen - für das Jahr 2000 erneut einen Verlust an. Ursprünglich hatten die Berliner ein ausgeglichenes Ergebnis in Aussicht gestellt.

Der neue Vorstandschef geht davon aus, dass die für 2000 prognostizierten 80 Millionen Mark Umsatz erreicht werden. "Das vierte Quartal verlief sehr erfreulich", erklärte Veigel. In puncto Forecast will sich der CEO fürs Erste jedoch bedeckt halten. "Beta Systems hat bei diesem Thema in der Vergangenheit nicht unbedingt eine glückliche Hand bewiesen", so Veigel. Ziel des neuen Firmenchefs, der die Bereiche Finanzen, Controlling und Personal verantwortet, ist es jetzt, dem Unternehmen durch eine rasche Umstrukturierung noch in diesem Jahr zum Turnaround zu verhelfen und mittelfristig eine "solide Profitabilität" zu erreichen.