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24.08.1984

Neuer MAilenstein?

Aufwärtskompatibilität war für die Management Assistance Incorporated, kurz MAI, zehn Jahre lang das Rezept für Aufsteiger, MAI selbst inbegriffen. Ihre kleine, geschlossene Welt war noch in Ordnung, denn wer einmal MAI sagte, der tat das wieder. Dann jedoch, als der langsame, aber um so sicherere Aufstieg der Homecomputer - so um die frühen 80er herum - begann, in die Halbwelt der Spielcomputer und schließlich in die große Welt der Business Computer, da genügte das simple, bisher so erfolgreiche Konzept nicht mehr.

Zwar sprangen die zu 90 Prozent treuen Anwender des aufwärtskompatiblen Senkrechtstarters der 70er noch nicht ab, doch gewannen die MAI-Vertriebsmänner mit ihren alten Aufsteiger-Produkten keinen Blumentopf mehr. "April, April" war die Devise, als es darum ging, Marktanteile zu halten, von einem größeren Stück am Wachstumskuchen ganz zu schweigen.

Auf einem Beine steht man schlecht, dachten sich da wohl die Strategen in der kalifornischen Produktschmiede Basic Four. Das Betriebssystem Boss mußte einen "Passer" bekommen, der den Anwendern die Software-Renner der Mikrowelt erschloß. Ein gefährliches Unterfangen, zu dem man sich offenbar nur sehr langsam, wenn nicht zu langsam, entschloß, denn wer so lange zur Treue gezwungen war, wie der MAI-Anwender, der konnte leicht und endgültig auf Abwege geraten. Trotzdem, in einer Welt der Horizontal-Kompatibilität konnte die Incorporated nicht mehr der einzige aufrechte Traditionalist bleiben.

Deshalb entwickelte man ein Doppeldecker-Betriebssystem, das Boss und Unix zugleich sein soll. Wie sicher damit die neue alte MAI im Trend liegt, muß sich erweisen. Immerhin hat Basic Four in einer Hinsicht eine gute Basis, eine bessere als deutsche Aufsteiger. Ihre Produkte sind wenigstens kompatibel, alles bleibt in der Familie, ein Zusammenhalt, um den das angeschlagene Unternehmen zum Beispiel von Nixdorf beneidet werden dürfte: Dort werden nämlich hin und wieder Kuckuckseier ausgebrütet.