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20.02.1998 - 

Vucins räumt seinen Stuhl für Sprint-Manager

Neuer Mann soll Global One auf Gewinnkurs bringen

Das internationale TK-Konsortium Global One sorgt weiter für Schlagzeilen. Nachdem die Company vergangenes Jahr ein Minus von 500 Millionen Mark schrieb und infolgedessen der Auslandsvorstand der Telekom, Jan Nederkoorn, seinen Hut nehmen mußte, trifft es nun auch den Global-One-Chef. Zwar heißt es offiziell, Vucins verlasse Global One aus "persönlichen Gründen", inoffiziell wird an seiner Entlassung jedoch nicht gezweifelt. Die Strategen der Muttergesellschaften sind jetzt wohl entschlossen, reinen Tisch zu machen.

Trotzdem kommt die Demission überraschend, da Vucins kürzlich selbst noch Restrukturierungs- sowie Ausbaupläne bekanntgab und Rückendeckung der drei Konsortialpartner signalisierte. Vucins, der von Unisource - einem Joint-venture der Swiss Telecom, PTT Netherlands und der schwedischen Telia - zu Global One gewechselt war, wird nun von Gary Forsee abgelöst. Der Nachfolger war zuletzt President der Long Distance Division bei Sprint und gilt als Kenner des TK-Geschäftes.

Mit der Berufung Forsees, so heißt es aus den Konzernzentralen, würde das erklärte Ziel unterstrichen, Global One zum überragenden Anbieter internationaler TK-Dienstleistungen zu machen. Für das Konsortium ist es allerdings fünf vor zwölf, will es diese Vision noch verwirklichen. Derzeit ist das Unternehmen von dem Ziel weit entfernt. Der seit der Gründung Anfang 1996 erwirtschaftete Umsatz von 1,1 Milliarden Dollar fällt dafür viel zu bescheiden aus. 40 Prozent davon wurden jeweils in Asien und Europa erwirtschaftet, der Rest in Amerika.

Teilhaber kochen ihr eigenes Süppchen

Das größte Problem, mit dem Global One zu kämpfen hat, sind die Muttergesellschaften selbst. Bisher hatten die Partner in erster Linie ihre eigenen Interessen und nicht die des Joint-ventures vertreten. Ein Großteil der weltweit 30000 Geschäftskunden wurde von den Hauptkonzernen direkt übernommen. Deren addierter Gesamtumsatz von 145 Milliarden Mark verdeutlicht, welche Randstellung Global One aus Sicht der Zentralen einnimmt.

Trotzdem blickt Herbert May, im Telekom-Vorstand seit Januar für die Allianz zuständig, optimistisch in die Zukunft von Global One. Die Einnahmen, so May, werden bald steigen und bei fallenden Kosten für einen Überschuß sorgen. Spätestens um die Jahrtausendwende werde der TK-Dienstleister schwarze Zahlen schreiben. Im Fokus stünden künftig nur noch Geschäftskunden und nicht mehr das Carrier-to-Carrier-Geschäft.

Die Berufung eines Managers aus der Führungsriege der drei Konsortialpartner ist jedenfalls als ein Indiz zu werten, daß die Verantwortlichen den Ernst der Lage erkannt haben. Mit Forsee an der Spitze könnte es gelingen, endlich an einem Strang zu ziehen und ein gemeinsames Dienstleistungskonzept umzusetzen. Die Chancen von Global One, gegenüber der konkurrierenden Allianz Concert, bestehend aus dem Duo MCI und BT, Boden gutzumachen, hatten sich im Herbst 1997 verbessert. Nachdem nämlich bekannt wurde, daß Worldcom MCI übernimmt und damit BT ausbootet, sind potentielle Kunden hinsichtlich der Zukunft von Concert möglicherweise skeptischer als zuvor.