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28.05.1999 - 

Kaum noch Hoffnung auf gütliche Einigung

Neuer Schlagabtausch im Prozeß gegen Microsoft

MÜNCHEN (CW/IDG) - Trotz intensiver Gespräche stufen die Parteien im Monopolverfahren gegen Microsoft die Chancen auf eine gütliche Einigung als gering ein. Mit der Wiederaufnahme des Verfahrens am 1. Juni rechnen Beobachter zwar mit einem weiteren Schlagabtausch. Neue Beweise seien aber kaum zu erwarten.

Knapp drei Monate ruhte das Antitrust-Verfahren gegen Microsoft. In der Verhandlungspause kam es immer wieder zu Gesprächen zwischen den Rechtsvertretern der Parteien. Eine Einigung ist nach wie vor nicht in Sicht. Dem Prozeß nahestehende Quellen mögen nicht mehr an eine gütliche Beilegung glauben; die Positionen lägen zu weit auseinander, berichten US-Medien. Statt dessen erwarten Experten mit der Wiederaufnahme des Verfahrens einen erneuten Schlagabtausch.

Noch während der Verhandlungspause hatte Microsoft in mehreren Zeugenanhörungen versucht, die Übernahme Netscapes durch AOL in den Mittelpunkt des Interesses zu rücken. Der Deal wurde erst gut einen Monat nach Beginn des Antitrust-Verfahrens am 17. Oktober 1998 pu- blik gemacht. Die Anwälte Microsofts stellen die ihrer Meinung nach unzureichende Informationspolitik AOLs als Nachteil für die Verteidigung des Softwarekonzerns dar. Die Gates-Company will belegen, daß ihr mit den an dem Geschäft beteiligten Firmen AOL, Netscape und Sun eine ernstzunehmende Konkurrenz ersteht.

AOLs Chef Steve Case erklärte demgegenüber in einer öffentlichen Anhörung, eine frühzeitige Bekanntgabe von Details hätte die Übernahme Netscapes und die damit verbundene Kooperation mit Sun gefährdet. Der CEO wiederholte zudem seine bereits vorgetragene Argumentation: AOL sei nicht an der Browser-Software Netscapes interessiert gewesen, wie von Microsoft behauptet, sondern an dem Web-Portal-Geschäft des Unternehmens. Die Gates-Company beharrt hingegen auf ihrem Standpunkt und will mit David Colburn einen weiteren hochrangigen AOL-Manager als Zeugen vernehmen.

Auf der anderen Seite warten die Ankläger des US-Justizministeriums ebenfalls mit einem neuen Zeugen auf. Garry Norris, ehemaliger Softwarestratege in Diensten IBMs, soll belegen, daß Microsoft seine Marktmacht dazu mißbraucht hat, den Konkurrenten im Softwaregeschäft durch unzureichenden Support und höhere Lizenzgebühren zu schädigen.

Darüber hinaus wollen die Staatsanwälte erneut den Wirtschaftsexperten Edward Felten vernehmen. Felten hatte im zurückliegenden Prozeßverlauf unter anderem ein von Microsoft als Beweisstück vorgeführtes Video als gefälscht entlarvt. Beobachter sehen in der erneuten Vorladung des Universitätsprofessors ein Zeichen dafür, daß es in dem weiteren Verfahren vor allem darum gehen werde, die Glaubwürdigkeit der gegnerischen Zeugen zu untergraben. Neue Beweis seien kaum zu erwarten.