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15.06.2001 - 

Migrationspfad Wireless LAN

Neuer Standard verunsichert die Benutzer von Funk-LANs

SAN MATEO (IDG) - Mit einer Geschwindigkeit von 11 Mbit/s ist das Wireless LAN (WLAN) gerade erst salonfähig geworden, da verunsichern die Anwender bereits Diskussionen über neue Standards. Die Industrie peilt nämlich Transferraten von 54 Mbit/s an, und die Anwender fragen besorgt nach der Investitionssicherheit für ihre heutigen Funknetze.

Lange Zeit wurden drahtlose Netze als nette Spielerei belächelt: Eine bescheidene Bandbreite von 1 Mbit/s und teilweise proprietäre Lösungen schreckten von einem professionellen Einsatz im großen Stil ab. Dies änderte sich erst, als die Industrie mit dem IEEE-Standard 802.11b eine Übertragungsrate von 11 Mbit/s definierte. Zudem demonstrierten in der Wi-Fi-Allianz (Wi-Fi = Wireless Fidelity) die Hersteller die Interoperabilität ihrer Access Points und Funkkarten und setzten so der proprietären Vergangenheit ein Ende.

54 Mbit/s angepeilt

Während die Anwender gerade beginnen, sich mit dem Gedanken an Funknetze als Alternative zur fest verdrahteten Netzinfrastruktur anzufreunden, legt die Industrie bereits nach. Mit dem IEEE-Standard 802.11a definiert sie eine neue Spezifikation, um künftig die Daten im WLAN mit 54 Mbit/s zu transportieren. Zudem sieht der neue Standard die Nutzung des Fünf-Gigahertz-Frequenzbereiches vor, denn dieser sei nicht so überfüllt wie das heute genutzte 2,4-Gigahertz-Spektrum. Die Notwendigkeit, Richtung 802.11a aufzurüsten, begründen die Hersteller mit der Möglichkeit, künftig größere File-Transfers oder Streaming Video und andere Multimedia-Anwendungen via Funk realisieren zu können.

Angesichts der höheren Bandbreite und des geänderten Frequenzbereiches fragen sich die Anwender nun, ob Investitionen in die heutige 802.11b-Technik nicht in eine Sackgasse führen. Befürchtungen, denen Jason Smolek, Analyst für Enterprise Networking bei IDC, unter anderem mit diesem Argument entgegentritt: "Bis Geräte gemäß 802.11a verfügbar sind, vergeht noch einige Zeit, ich rechne mit einer Vermarktung im großen Stil erst gegen 2005." Ein Aussage, die die IT-Abteilungen nur bedingt beruhigen dürfte, denn auf der anderen Seite ist zu hören, dass Unternehmen wie Cisco oder Atheros Communications Chipsätze für 54 Mbit/s WLANs Ende 2001 oder Anfang 2002 auf den Markt bringen wollen.

Unabhängig von der Frage nach der Verfügbarkeit der neuen Gerätegeneration dürfte eine andere, technische Hürde den langsameren Funk-LANs mit 11 Mbit/s noch lange eine Zukunft sichern: Die neuen schnellen WLANs gemäß 802.11a haben nämlich nur einen Funkradius von 15 Metern, wogegen heutige 11-Mbit/s-Netze rund 50 Meter Reichweite bieten. Eine flächendeckende Vernetzung auf dem Unternehmensgelände mit 54 Mbit/s käme also aufgrund der höheren Zahl an Access-Points deutlich teurer. Deshalb gehen Analysten auch davon aus, dass beide Technologien im Corporate Networking nebeneinander existieren, um etwa den gesamten Campus mit 11 Mbit/s per Funk zu versorgen, während die höhere Bandbreite von 54 Mbit/s nur in ausgesuchten Inseln verfügbar ist.

Investitionssicherheit

Ferner haben einige Hersteller das Dilemma der Anwender in Sachen Investitionssicherheit erkannt. So arbeiten etwa Enterasys Networks Inc., Proxim Inc. oder Agere Systems Inc. an Access Points, die für beide Standards geeignet sind. Will der Benutzer dann später migrieren, so braucht er nur eine 54-Mbit/s-Einsteckkarte zu installieren und muss nicht seine Infrastruktur komplett neu aufbauen.

Enterasys "Roam About R2" unterstützt dabei nicht nur die beiden WLAN-Spezifikationen, sondern kann aufgrund seines modularen Aufbaus auch für Hyperlan 2 und Bluetooth ausgerüstet werden. Ebenfalls zweigleisig fährt Proxim bei seinem "Harmony WLAN System", das auch per Einschubkarte auf 802.11a aufrüstbar ist. Gleiches ist auch von Agere Systems, der ehemaligen Lucent Technologies Microelectronics Group, zu hören. Das Unternehmen hat seinen "Orinoco Access Server 2000" so entwickelt, dass er später mit 802.11a-Komponenten ausgestattet werden kann.