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24.06.1994

Neues Angebot an Haendler und Integratoren Microsoft erneuert die ewig junge Kampfansage an Novell

BERLIN (gh) - Auf zur naechsten Runde. So lautete die Botschaft von Microsoft an den Netzwerkprimus Novell auf der Berliner Networld+Interop. Die Gates-Company hat jedenfalls nach eigenem Bekunden die Anlaufschwierigkeiten in Sachen Windows NT Advanced Server ueberwunden und will dem Marktfuehrer nun endlich ernsthaft Paroli bieten. Schuetzenhilfe sollen dabei mehr denn je qualifizierte Integratoren leisten.

"Wir haben Probleme gehabt", gab Thomas Koll, Director Organisation Customer Unit Microsoft GmbH, unumwunden zu - darauf abzielend, dass aus dem erwarteten Showdown im Netzwerk-Business bis dato nur ein ungleicher Kampf geworden ist. Zu grosser Speicherbedarf, ein lange Zeit fehlender Netware-Requester sowie die fragwuerdige Positionierung als Client-System sorgten jedenfalls dafuer, dass die Mannen um Bill Gates mit ihrer kombinierten PC-Netzwerk-Betriebssystem-Loesung nur sehr schlecht aus den Startloechern kamen, waehrend sich Platzhirsch Novell immer noch unangefochten auf seinem dominierenden Marktanteil ausruhen kann.

Bis jetzt wurden, wie Microsoft in Berlin bekanntgab, seit Beginn der Auslieferung im September 1993 weltweit rund 250 000 NT- beziehungsweise Advanced-Server-Lizenzen an den Mann gebracht, rund zehn Prozent davon in Deutschland. "NT wurde nie als Nachfolger von Windows 3.1 deklariert", war Koll sichtlich bemueht, da und dort immer noch vorhandene Irritationen im Markt zu beseitigen. Seit einigen Monaten spuert man jedoch in der Unterschleissheimer Deutschland-Zentrale der Gates-Company Aufwind. Jedenfalls sei, wie es in Berlin hiess, sowohl von seiten der Anwender als auch von anderen Hard- und Softwarelieferanten eine immer staerker werdende Nachfrage zu registrieren.

Den Klimaumschwung fuehrt man bei Microsoft auf die nun langsam zum Vorschein kommenden NT-Features zurueck - als da waeren: einfache Portierbarkeit auf RISC-Plattformen sowie hohe Sicherheit und Skalierbarkeit. Immer mehr Anbieter von Rechnerarchitekturen wie etwa DEC (Alpha-Chip), Hewlett-Packard (HP PA) und IBM (Power-PC) wuerden daher die Anpassung von NT an ihre RISC-basierten Systeme unterstuetzen.

Gleichzeitig baut man in Unterschleissheim auf die objektorientierten Nachfolgeversionen von Windows (Chicago) und Windows NT (Cairo), die das eigene Standing im Client-Server-Markt (uebrigens auch das unuebersehbare Motto des Microsoft-Standes auf der Networld+ Interop) nachdruecklich untermauern sollen. Mittelfristig hat die Gates-Company, wie Koll in Berlin klar zum Ausdruck brachte, zwei Ziele im Netzwerkmarkt: Erstens das Aufbrechen der traditionellen Vorherrschaft Novells sowie zweitens, selbst zum Marktfuehrer bei Client-Server-basierten Business-Loesungen zu avancieren.

Kompetenter werden musste auch das bis dato nur unzureichende Vertriebs- und Supportnetz, um, wie Koll als alte und neue Devise ausgab, vor allem im Netzwerk-Business mit dem Advanced Server "gegen einen potenten Marktfuehrer anzugehen". Abhilfe erhofft man sich hier in erster Linie von einer neuen Kampagne unter dem Titel "Join today", mit der vor allem fuehrende Netzwerkintegratoren und Haendler - auch aus dem Novell-Lager - angesprochen werden sollen. Hauptgegenstand des neuen Microsoft-Angebotes an die in Frage kommenden Solutions Provider ist die Buendelung und Koordination von Massnahmen wie Qualifizierung, Zertifizierung, Support und Referenz-Marketing unter einem Dach.

Tabelle: Entwicklungspfad der Windows-Systemfamilie