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19.08.1988 - 

Information Systems Management zwischen Ost und West:

Neues Denken bringt US-Firmen auf Trab

19.08.1988

FRAMINGHAM (IDG) - US-amerikanische Firmen übernehmen japanische Methoden des Information Systems Managements. Neue Prinzipien und Techniken wurden von Tochterunternehmen aus dem Land der aufgehenden Sonne in die Staaten gebracht und finden dort im Zuge des japanischen Wirtschaftswunders zunehmend Nachahmer.

Solchen Tochterfirmen zufolge wurden viele der japanischen Elemente im Information Systems Management übernommen; als Beispiele werden genannt das loyale Verhältnis zwischen Unternehmer und Angestellten, Rotation am Arbeitsplatz, Einsatz für Qualität und Betonung der absoluten Vordringlichkeit der Produktivität. Die Kombination von östlichem Problemverständnis und westlichem Lösungsdenken schafft für das Unternehmen eigenwillige Mischformen des Denkens, erhöht jedoch ihre Konkurrenzfähigkeiten nachhaltig.

Die japanische Art, Probleme anzugehen, ist kostengünstiger. In den USA handelt man aggressiver, aber damit auch aufwendiger. Fachleute warnen jedoch davor, die Aneignung fernöstlicher Arbeitsweisen für allzu unkompliziert zu erachten: Die japanische Kultur konfrontierte den westlichen Beobachter mit einer Fülle von Widersprüchen, zudem würden solche Prinzipien das Information Systems Management in unterschiedliche Richtungen lenken.

Außerdem gibt es bei japanischen Unternehmen, ebenso wie bei amerikanischen, durchaus Unterschiede in der Management-Struktur; einige zum Beispiel stützen sich auf einen zentralisierten Zugang zum Information Management, während andere im Gegenteil auf Dezentralisierung setzen.

Die japanische Praxis der Mitarbeiter-Rotation innerhalb der Aufgabenbereiche führt zu einer spürbaren Verbesserung in der Systementwicklung, allerdings kann man diese Methode nur partiell in den USA übernehmen. Die amerikanische Dependance des Sony-Konzerns will das Rotationsprinzip in nächster Zeit starten. Sie erwartet, daß dies einen Motivationsschub bei den Angestellten hervorruft, der sich positiv auf das wirtschaftliche Gesamtergebnis auswirkt.

Insgesamt sind weite Kreise des amerikanischen Managements von der Effizienz fernöstlichen Wirtschaftens überrascht, neidvolle Bewunderung des im Westen schon lange erlahmten Arbeitsethos ist allseits zu beobachten. Doch auch das Aneignen neuer Denkformen soll nicht zu übertriebenem Fortschrittswahn führen, man will nicht jede technische Innovation sofort kritiklos übernehmen, wie das in Japan häufig geschieht. Tochterunternehmen japanischer Firmen in den Vereinigten Staaten streben einen Platz an der vordersten Front an, die Position des technologischen Weichenstellers aber birgt ihnen zu viele Risiken.