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28.01.2000 - 

Hypo-Vereinsbank setzt auf Richtfunk zur Vernetzung

Neues Funksystem überträgt die Daten mit 2325fachem ISDN-Tempo

MÜNCHEN (hi) - In eine neue Geschwindigkeitsdimension beim Richtfunk stößt die Hamburger Mediascape Communications GmbH vor. Das Hamburger Unternehmen hat auf der letzten Meile zum Kunden eine Lösung realisiert, die eine Datenübertragungsrate von 155 Mbit/s offeriert.

Nach wie vor sind hierzulande die letzten Meter auf dem Weg zum Kunden ein Nadelöhr bei der schnellen Datenkommunikation: Entweder ist hohe Bandbreite zu teuer, oder alternative preisgünstige Übertragungswege wie Stromnetz, Satellit etc. warten nur mit einem geringen Datendurchsatz auf (siehe Grafik).

Einen möglichen Ausweg aus diesem Dilemma zeigt die Mediascape GmbH. Unter dem Produktnamen "Dataairways" haben die Hamburger eine Richtfunklösung entwickelt, die Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 155 Mbit/s überträgt. Womit Dataairways laut Frank Brügmann, Geschäftsführer von Mediascape, 2325mal schneller als ISDN ist. Um in den Genuss dieses Tempos zu kommen, benötigen die Anwender neben einer kleinen Antenne noch eine Blackbox, die als Schnittstelle zum PC beziehungsweise Unternehmensnetz fungiert. Die Investitionskosten belaufen sich dabei, so Brügmann, auf etwa 2500 Mark.

Dafür bekommt der Anwender nicht nur eine Lösung zur schnellen Datenkommunikation, sondern kann über das System auch telefonieren, da Mediascape eine Carrier-Lizenz der Klasse 3 und 4 besitzt. Abgerechnet wird dabei nicht wie im herkömmlichen Telefonnetz nach Minuten, sondern nach Datenvolumen. Die Hamburger haben nämlich in ihr Produkt keine klassische Telefonvermittlungstechnik integriert, sondern setzen auf Voice over IP (VoIP) als den Telekommunikationsstandard der Zukunft.

Noch in diesem Jahr will das Unternehmen, an dem die Emprise Management Consulting AG, Hamburg, zu 72 Prozent beteiligt ist, seine drahtlose Zugangstechnik in 20 deutschen Städten anbieten. Neben der Sprachtelefonie mit VoIP haben die Anwender die Möglichkeit, einen kabellosen Internet-Zugang oder ein Extranet aufzubauen. Ebenfalls geplant sind VPN-Dienste, wobei als Tunnelprotokoll Ipsec dient.

Einer der ersten Kunden, der das neue System nutzt, ist die Münchner Hypo-Vereinsbank. Die Münchner, die derzeit noch rund 150 Millionen Mark pro Jahr für die Telekommunikation ausgeben, wollen nach und nach ihre rund 2000 Filialen in den Ballungszentren per Richtfunk vernetzen. Geschäftsführer Norbert Büker verspricht sich davon ein Einsparpotenzial zwischen 30 und 40 Prozent. Gleichzeitig mit der Umstellung auf Richtfunk erfolgt dann laut Büker die Einführung von VoIP.