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16.05.1997 - 

SAP hat das Nachsehen

Neues HR-System der Deutschen Bank kommt von Peoplesoft

Ein Riesenauftrag für Peoplesoft - eine Schlappe für die SAP AG, Walldorf. Das umsatzstärkste deutsche Software-Unternehmen konnte dem Bankkonzern zwar seine Finanz-und Controlling-Anwendungen verkaufen, nicht aber das "HR"-Modul, das im Gegensatz zu seinen umschwärmten Schwestern bislang ein Mauerblümchen-Dasein führt.

Die in Pleasanton, Kalifornien, ansässige Peoplesoft Inc. konzentriert sich seit ihrer Gründung vor zehn Jahren auf den Human-Resources-Sektor. Zwar dehnt sie ihr Angebot sukzessive auf andere Anwendungsbereiche (Financials, Distribution und Manufacturing) aus, doch ist sie - zumindest hierzulande - weit davon entfernt, ein ähnlich umfassendes Produktspektrum offerieren zu können wie die SAP.

Gute Erfahrungen in New York

Aus Sicht des neuen Kunden sprach für das Peoplesoft-System, so Projektleiter Jürgen Jordan, daß die Deutsche Bank in New York die Software bereits seit einigen Jahren für die knapp 4000 Mitarbeiter der nordamerikanischen Region einsetzt und im großen und ganzen gute Erfahrungen gemacht hat. Allerdings räumte Jordan ein, daß dies nicht der einzige Beweggrund für die Entscheidung gewesen sei.

Zu der Frage, weshalb HRMS nun tatsächlich den Vorzug vor dem HR-Modul der SAP erhalten hat, hält sich die Deutsche Bank bedeckt. Ein Mitarbeiter der in Eschborn beheimateten IT-Abteilung verriet lediglich, dies sei "keine leichte Entscheidung" gewesen. In Deutschland hat sich vor Jahren bereits die Siemens AG für das Personal-Management-System von Peoplesoft entschieden - zum Leidwesen der SAP, die jetzt immerhin die Reisekostenabrechnung beisteuern durfte.

Laut Jordan ist die Zurückhaltung der Deutschen Bank vor allem darauf zurückzuführen, daß das Projekt die Planungsphase gerade erst verläßt. Nichtsdestoweniger sollen in New York, London, Singapur und Frankfurt noch in diesem Jahr die ersten globalen Prozesse unter HRMS zum Laufen gebracht werden. Wie sich das System unter voller Belastung verhält, ist bislang nicht abzusehen. Im übrigen betont Jordan, daß sich die Entscheidung zugunsten von HRMS lediglich auf das Personal-Management bezieht. Die Frage nach dem jeweils günstigsten Personalabrechnungs-System müsse länderspezifisch beantwortet werden.

Wesentlich offener sprach der Projektleiter über die Gründe, die zur Ablösung des alten Personal-Management-Systems geführt hatten. Die technische Forderung habe schlicht Client-Server geheißen. Entscheidend seien jedoch die personalwirtschaftlichen Kriterien gewesen. "Ein anderes Verständnis von Personalarbeit" wolle die Deutsche Bank praktizieren, sprich: die internen Wege verkürzen, um Informationen schneller und in besserer Qualität anbieten zu können.

Darüber hinaus denkt der Finanzdienstleister über Kiosk-Anwendungen nach, mit denen die Mitarbeiter - im Rahmen der Datenschutzbestimmungen - Inhalte recherchieren oder beispielsweise ihre Adressen ändern können. Nach Jordans Ansicht wäre ein solches System mit der SAP-Software ebenfalls realisierbar.