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25.04.2003 - 

Passender Pentium-4-Prozessor fehlerhaft

Neues Intel-Chipset steigert Rechenleistung

MÜNCHEN (CW) - Intel hat das neue "875P"-Chipset für PCs und Workstations freigegeben, den passenden Pentium-4-Prozessor aber zurückgezogen.

Die wichtigste Eigenschaft des neuen Intel-Produkts (Codename "Canterwood") ist die Unterstützung einer höheren Frontside-Geschwindigkeit: Nun sollen Daten zwischen den Memory-Bausteinen und dem Prozessor mit 800 Megahertz transferiert werden können. Bislang ließ sich der Bus mit maximal 533 Megahertz takten. Die rechnerische Datenübertragungsrate erhöht sich damit von 4,3 GB/s auf 6,4 GB/s.

Die höhere Geschwindigkeit nutzen die schnellen Zweikanal-DDR-(Double Data Rate)-Speicherbausteine "DDR400" aus. PCs mit DDR-Memory-Chips verwenden meist noch die langsameren Versionen "DDR266" oder "DDR333". Nach Meinung von Analysten hat Intel dadurch mit den Mitbewerbern Via Technologies oder Silicon Integrated Systems gleichgezogen, deren Chipsets ebenfalls zweikanalige DDR400-Bausteine unterstützen. Intel hatte im vergangenen Halbjahr nur Produkte für die "RDRAM"-Chips von Rambus angeboten.

Neu ist am 875P-Chipset auch, dass es Intels Hyperthreading-Architektur akzeptiert, bei der dem Betriebssystem vorgegaukelt wird, der Rechner verfüge über zwei Prozessoren. Dadurch werden dem Prozessor mehr Aufgaben zugewiesen, die die unausgelasteteten Teile der CPU abarbeiten. Das neue Chipset soll außerdem die Raid-Technik, die zunehmend populären Festplatten mit ATA-Schnittstelle sowie den "Accelerated Graphics Port 8X" nutzbar machen, der den Grafikchip mit dem Hauptprozessor verbindet. Im Mai will die Company aus dem kalifornischen Santa Clara dann mit dem "Springdale"-Chipsatz auf den Markt kommen, der die meisten Funktionen des 875P enthält, aber weniger kosten und in mehreren Varianten verfügbar sein soll.

Pentium 4 zurückgezogen

Passend zum Canterwood-Chipset wollte Intel einen Pentium-4-Chip mit einer Taktrate von 3 Gigahertz vorstellen, der mit dem schnellen Frontside-Bus ausgestattet ist. Allerdings entdeckte der Hersteller kurz vor der Präsentation Fehler, die beim Betrieb des schnellen Übertragungswegs zu "nicht erwarteten Ergebnissen" geführt hätten. Da Intel noch keine Erkenntnisse über die Ursache der Probleme hat, bleibt unklar, wann der Baustein ausgeliefert werden kann. Bekannt ist bislang nur, dass das Canterwood-Chipset fehlerfrei arbeitet. Ob sich dadurch auch die Leistungssteigerung der Pentium-4-Chips mit Taktraten von 2,6 und 2,8 Gigahertz verzögert, die ebenfalls den schnellen Bus erhalten sollen, war nicht zu erfahren.

Vor Bekanntgabe des Fehlers im Pentium-4-Chip zeigten Hewlett-Packard, Dell und Gateway in den USA die ersten Rechner auf Basis von Canterwood. HP verlangt knapp 1650 Dollar für eine "xw4100"-Workstation, die mit dem 3-Gigahertz-Pentium-4, dem 875P-Chipsatz, 512 MB DDR400-Speicher, 40-GB-Festplatte und DVD-ROM-Laufwerk ausgestattet ist. Dell nimmt für den "Dimension 8300" 40 Dollar mehr und packt eine 60-GB-Festplatte und einen 17-Zoll-Monitor dazu. Gateway verstärkt mit den Intel-Produkten das eigene Highend-Angebot und bringt eine überarbeitete Version des "700 XL" auf den Markt. Kostenpunkt: knapp 3500 Dollar. (kk)

Abb: Intel-Chipset 875P

Das Wichtigste ganz oben: Datenübertragung zur CPU mit 6,4 Gigahertz. Quelle: Intel