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24.01.1975

Neues Konzept bei IBM?

Generalstabsartige Planung und perfekte Geheimhaltung von neuen Systemen und Marktstrategien waren schon immer typisch für die IBM. Die Präzision ist fast unheimlich.

Diese und andere Prinzipien wie Meistbegünstigung, (Gleichbehandlung aller Kunden unabhängig von ihrer Größe), Entlastung des Vertriebs von Verwaltungsarbeit durch konsequente Trennung der Stabs und Linienfunktionen, Besetzung der Führungsposten aus den eigenen Reihen, und, nicht zuletzt, die Steuerung des Vertriebs über ein an zentrale Planwirtschaft erinnerndes System von Vorgaben und Kontrollen haben wesentlich zum Erfolg beigetragen. Gelegentliche Abweichungen von der großen Linie gibt es: sie fallen auf aber nicht ins Gewicht.

Auch das am 7. Januar in Atlanta offiziell angekündigte System 32 dürfte nach dieser "Policy" vertrieben werden. Allerdings lassen sich neue Schwerpunkte erkennen.

Die Abtrennung des Geschäftszweiges Basisdatenverarbeitung (BDV) vom früheren Gesamtbereich DP ist praktisch abgeschlossen, das System 32 wird nach der offiziellen Ankündigung in Deutschland ausschließlich von BDV vertrieben .

Bisher nur durch kaum erschwingliche Projekt-Verträge (Kalkulationsbasis: Geschätzte Kosten 100 Prozent eventuelle Konventionalstrafe = möglichst kein Festpreis) zu erreichende turn-key-Installationen sollen beim System 32 die normale Vertriebsform sein.

Die vorbeugende Wartung, als Garant für Betriebssicherheit bewährt, wird abgelöst durch die -im menschlichen Bereich von jedem Arzt gefürchtete - Selbstdiagnose des Patienten Computer. Auf die Ergebnisse in puncto Ausfallzeiten darf man gespannt sein, denn im Gegensatz zur vorbeugenden Wartung müssen wohl jetzt Fehler erst auftreten, bevor sie - sicherlich schnell- beseitigt werden können.

Bemerkenswert auch der neue Dreijahres-Mietfertrag mit einjährige Garantie für unveränderte Miethöhe und nach oben begrenzten, eventuellen Steigerungsraten in den beiden Folgejahren: eine Vereinfachung für beide Seiten. IBM vermeidet die bei jeder Preiserhöhung unausweichlichen Proteststürme - man ist ja bei Vertragsabschluß schon auf mögliche Erhöhungen hingewiesen worden -, und der Anwender kann den ungünstigsten Fall besser kalkulieren.

Interessant wäre die Stellungnahme der IBM zu folgender Frage: Wie vertragen sich der Fortfall der vorbeugenden Wartung und die vereinfachte Fehler-Diagnose mit den ungewöhnlich hohen Wartungsgebühren für gekaufte Anlagen?

Mit den - volle IBM-Wartung auch für ihre Systeme fordernden - Leasing-Gesellschaften hat das bestimmt nichts zu tun. Genausowenig wie die neue Alles-in-einem-Stück-Philosophie mit der Mixed Hardware-Front. So einfach, einfacher gehts nicht.