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10.09.1999 - 

Angeblich sind Lucent, Nokia und Apple interessiert

Neueste Gerüchte um 3Com: Erst Spaltung, dann Verkauf

MÜNCHEN (CW) - Um den Netzequipment-Anbieter 3Com ranken sich wieder einmal Übernahmegerüchte. Angeblich interessieren sich Lucent und Nokia für das Netz-Business, während es Apple auf die Palm-Division abgesehen hat. Laut 3Com handelt es sich um "Spekulationen", die man nicht kommentieren werde.

Seit mehr als einem Jahr heißt es, 3Com werde übernommen. In regelmäßigen Abständen verdichten sich diese Gerüchte, um dann schnell wieder in Vergessenheit zu geraten. Das könnte auch diesmal so sein - Fakt ist aber, daß der Aktienkurs des Anbieters von Netzequipment am vergangenen Freitag um 13 Prozent anstieg, weil auf einer Finanz-Site im Internet berichtet worden war, sowohl Lucent Technologies als auch Nokia seien an 3Coms Networking-Division interessiert.

Dort war auch zu lesen, Apple begehre das Handheld-Geschäft von 3Com, das die äußerst erfolgreiche Palm-Rechnerserie produziert. Da in der Vergangenheit mehrfach kolportiert worden war, Apple arbeite bei der Entwicklung einer neuen Generation von Kleinstrechnern mit 3Com zusammen, scheint eine Übernahme dieses Geschäftszweiges nicht völlig ausgeschlossen. Zudem hatte die Netz-Company für junge Anwender den "Palm IIIe" in einem Design herausgebracht, das eindeutig dem I-Mac nachempfunden ist.

Konzentrationsprozeß in der Networking-Branche

Die immer wiederkehrenden Spekulationen um eine Übernahme 3Coms speisen sich aus dem allgemeinen Konzentrationsprozeß, in dem sich die Networking-Branche befindet. Bay Networks war von Nortel geschluckt worden, Lucent hatte sich Ascend Communications einverleibt, und die Anbieter Cabletron und Newbridge gelten ähnlich wie 3Com als potentielle Übernahmekandidaten.

Als mögliche Käufer werden gelegentlich Telefon-Carrier, meistens aber große Lieferanten von TK-Equipment gehandelt. Dazu zählen vor allem Lucent, Nortel und Siemens. Die Münchner allerdings scheinen aus dem Rennen, nachdem vor wenigen Wochen ein Joint-venture mit 3Com im Bereich der Telefonie wieder abgesagt wurde.

Die Gerüchte lassen 3Com-Chef Eric Benhamou offenbar kalt. Auf einer Händlerveranstaltung in Florida kündigte er vor wenigen Tagen zur Überraschung der eigenen Marketing-Abteilung eine der größten PR-Kampagnen in der Firmengeschichte an. Dabei soll es - nicht eben originell - um das Thema E-Business gehen. Informationen des Branchendienstes "Computergram" zufolge erwägt der Chief Executive Officer (CEO) sogar, dem Zeitgeist gemäß einen modischen Punkt im Firmennamen unterzubringen. Der Netzwerk-Spezialist hieße dann 3.com.

Ob solche Marketing-Maßnahmen ausreichen, um das Unternehmen wieder in tieferes Fahrwasser zu steuern, ist jedoch fraglich. Nachdem die Company bereits seit einiger Zeit im Netzwerkgeschäft lahmt, empfehlen Branchenbeobachter Benhamou, das Unternehmen lieber nach dem Erfolgsprodukt Palm zu benennen. So würde 3Com auch gegenüber der Börse ein deutliches Zeichen setzen, daß man sich nun primär dem erfolgreichsten Geschäftszweig, der Produktion von Handhelds, widmet. Den Netzwerkern wird bereits seit einiger Zeit vorgeworfen, sich an zu vielen Schauplätzen zu tummeln, statt sich auf wachstumsträch- tige Produktlinien zu konzentrieren.