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22.02.1991 - 

Konzept mit PC-Systemhandel ging bislang auf

Neuling Aquarius: Umsatzziel für 1990 wurde deutlich übertroffen

MÜNCHEN (bk) - Eitel Freude und Sonnenschein bei der Aquarius Systems International (ASI) GmbH, Bad Homburg: Das von den Ex-Commodore-Managern Winfried Hoffmann und Rolf Wiehe im Oktober 1989 gegründete Unternehmen fuhr im ersten Geschäftsjahr einen weitaus höheren Umsatz ein, als man in Bad Homburg erwartet hatte.

Mehrmals im Laufe des vergangenen Jahres hatten die beiden Firmengründer Hoffmann und Wiehe ihre Umsatzvorstellungen für das Geschäftsjahr 1990 revidiert. Lag das ursprüngliche Ziel zunächst bei 40 Millionen Mark, so stockten die Aquarius-Chefs bei der Präsentation des Halbzeitergebnisses (28 Millionen Mark Umsatz) ihre Prognose für das Gesamtjahr auf 60 Millionen Mark auf Selbst diese wurde aber noch weit übertroffen. Stattliche 108 Millionen Mark nämlich konnte der Bad Homburger PC-Anbieter schließlich 1990 einnehmen. Der Gewinn vor Steuern belief sich dabei nach Aussage Hoffmanns auf rund 1,6 Millionen Mark. Der ehemalige Commodore-Chef selbstbewußt: Schon jetzt kann man uns aus dem Markt nicht mehr so einfach wegdrücken - es sei denn, wir machen selbst schwerwiegende Fehler."

Überrascht wurde das Gespann Hoffmann/Wiehe in den zurückliegenden zwölf Monaten vor allem vom Absatz ihrer 386er PCs. Zwar hatten beide Anfang letzten Jahres prognostiziert, 1990 werde das Jahr der 386er Maschinen. Daß die Bad Homburger aber gleich an die 12 000 dieser Rechner absetzen würden, hatten sie nicht erwartet. Spitzenreiter nach Stückzahlen waren laut Wiehe indes noch die 286er ATs.

Von dem ASI 286/12 beziehungsweise dem Nachfolger ASI 286/12 TI seien mehr als 27 000 Geräte verkauft worden. Damit brachte Aquarius 1990 rund 40 000 PCs an den Kunden sprich: den Händler. Abgerundet wurde das erfolgreiche Premierenjahr durch den Absatz von rund 27 000 ASI-VGA-Monitoren.

ASI liefert weiterhin ausschließlich an Systemhändler. Mittlerweile verfügen die Bad Homburger in Europa über 180 Distributoren. Hoffmannn: "Als wir auf den Markt kamen, waren die Händler erst zurückhaltend. jetzt aber haben wir für 1991 ein sicheres Potential." Auch eigene Niederlassungen wollen Hoffmann/Wiehe im Ausland gründen.

100 000 Geräte aus Sömmerda

Aus der nach eigenem Bekunden erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Datatrade AG in der Schweiz entstand bereits in der zweiten Jahreshälfte 1990 die Aquarius Systems AG, von der man sich Vorteile bei der Betreuung der Kunden verspricht. Für 1991 ist ein Umsatz von zehn Millionen Schweizer Franken (rund zwölf Millionen Mark) geplant.

Fortschritte scheint auch die gemeinsam mit Robotron gegründete Aquarius Robotron Systems GmbH in Sömmerda/ Thüringen zu machen. Die Personalbestand sei mittlerweile auf mehr als 70 Mitarbeiter erweitert worden. In den vergangenen drei Monaten montierte das Sömmerdaer Werk durchschnittlich 7000 ASI-PCs. 1991 soll die Fertigungstiefe weiter ausgebaut werden. Ziel sei es, so Hoffmann, im laufenden Jahr an die 100 000 Geräte zu montieren. Von Sömmerda aus beliefert Aquarius Zentraleuropa und den südosteuropäischen Raum.

Das PC-Geschäft in den neuen Bundesländern, erklärte Wiehe, müsse allerdings organisiert werden. "Bis jetzt ist der PC-Markt dort limitiert, ein privater Markt besteht praktisch noch gar nicht.' Dennoch, so der Ex-Commodore-Manager, liege die Zukunft der PC-Industrie im Osten. Bescheiden gab sich Hoffmann in bezug auf das finanzielle Abschneiden von Aquarius im laufenden Geschäftsjahr. Angepeilt sind 150 Millionen Mark. Ein Überschreiten dieses Ziels - wie im Vorjahr - aber käme den Bad Homburgern sicher nicht ungelegen. Ein Unterschreiten zieht das Duo Hoffmann/Wiehe gar nicht erst ins Kalkül. Den Umsatz sollen vor allem die 386er-PCs bringen, auch wenn die Aquarius-Chefs eingestehen, daß der Bomm dieser Rechnerkategorie nicht ewig währen wird. "Für den 486er werden sich spätestens dann die Türen öffnen, wenn der Preis nach unten geht."

Auf der bevorstehenden CeBIT sollen gleich zwei neue 386er Rechner präsentiert werden. Bei der ersten Neuheit handelt es sich um den ASI Lightline SX Notebook mit 80386SX-Prozessor, der unter anderem über, eine 20-MB-Festplatte, ein 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk sowie ein 16-Graustufen-VGA-LCD-Display verfügt. Preis: 6995 Mark. Der zweite neue Rechner ist ein Laptop, der ASI Lapline SX, der ebenfalls mit dem 80386SX-Prozessor ausgestattet ist und unter anderem über 2 MB RAM sowie eine 40MB-Platte verfügt. Preis: 6495 Mark.

Last, but not least wird noch ein neuer 286-AT gezeigt: die ASI Netline Workstation mit 16 Bit VGA-Grafik, 1 MB RAM, Netzkarte, einem 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk und Schnittstellen zum Preis von 1695 Mark (ohne Monitor).