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17.07.1981

Neumüllers "VDU-Pocket"-LCD-Gerät mehr ein Test- und Steuer- als ein MDE-Device:Zwitter-Terminal mit Dialog-Eigenschaften

TAUFKIRCHEN- "Ein bißchen ein Zwitter", nämlich Datensichtgerät und mobiles Datenerfassungsgerät in einem, ist nach Worten von Dr. Fritz Hass, Verkaufsmanager bei der Neumüller GmbH, Taufkirchen, das neue "Pocket VDU"-Terminal (Visual Display Unit). Es ist Nachfolgemodell des "Pocket Terminal", das der englische Hersteller G. R. Electronics Ltd., Newport/Gwent, einige tausend Mal absetzen konnte. Hass sieht den Einsatzschwerpunkt von Pocket VDU im Bereich Testen und Steuern.

Obwohl Pocket VDU gänzlich neu ist - bei Neumüller traf im Juni erst die zweite Sendung überhaupt ein -, glaubt Haas schon sagen zu können, daß dieses Produkt "vom Hersteller glücklich getroffen" wurde. Haas: Wo wir es zur Probe hinschicken, behalten es meist die Leute." Als mobiles Datenerfassungsterminal ist VDU insoweit zu betrachten, als es - da Akku-betrieben - offline eingesetzt werden kann und dabei bis zu 1600 Zeichen aufnimmt.

Andererseits ist VDU ein Datensichtgerät mit der Befähigung, Daten im Voll- oder Halbduplex-Dialog von einem Rechner zu empfangen oder an ihn zu senden. Dabei kann es sich um alle 128 ASCII-Codes handeln. Auch nicht darstellbare Steuerzeichen, versichert Haas, sind auf der 40stelligen LCD-Anzeige (zwei Zeilen a 20 Zeichen) darstellbar.

Seine Stärken entwickelt VDU nach Haas' Darstellung beispielsweise bei der externen Eingabe eines Programmes, das in einen Rechner oder ein zu steuerndes System eingespeist wird. Dazu wird die SEND-Taste ausgelöst und der interne RAM-Speicher des Geräts von der ersten Zeile an bis dahin ausgelesen, wo man den Cursor positioniert hat.

Wenn ein solches Programm nicht durch die CLEAR-Operation aus dem Speicher entfernt wird, bleibt es bis zu zwei Monate resident, erläutert Haas. Vielfach, fährt der Neumüller-Manager fort, wird VDU auch als Ersatz für die "mobilen Schreibmaschinen" verwendet, wie sie Servicetechniker häufig in Gebrauch haben. Haas' Beschreibung: "Mit diesen Texas Instruments-Geräten hängen sich die Techniker an einen Rechner und tippen irgendwelche Testroutinen ein. Beim VDU dagegen haben sie ein sehr viel kleineres Gerät mit Display, also ohne Papierrollen, und mit einem Speicher."

Gegen die Bubble-Memory-Terminals die Texas Instruments auch im Angebot hat, zieht Haas mit dem Preis zu Felde: Es sei schon ein Unterschied, 6000 Mark für das TI-Gerät hinzulegen oder 2480 Mark für das VDU (das für OEM-Kunden noch geringfügig billiger sei). Haas hebt aber auch die volle Editiermöglichkeit von VDU hervor, durch die man über Character Insert/Delete und Line Insert/ Delete wie bei einem konventionellen, intelligenten Tischgerät jederzeit Änderungen innerhalb des Speichers vornehmen könne.

Als weitere wichtige Produkteigenschaften zählt Haas auf:

- energiesparender CMOS-Aufbau

- aufladbare Nickel-Cadmium-Akkus (oder Energieversorgung über 25polige Rechnerbuchse)

- 20 Milliampere Linienstrom-Schnittstelle

- V.24-Schnittstelle für 50 bis 9600 Baud (kontinuierliches Arbeiten allerdings nur bis maximal 2400 Baud; höhere Raten nur so lange, wie der 32-Zeichen-Pufferspeicher nicht voll ist).

VDU, räumt Haas ein, ist hauptsächlich insoweit ein Datenerfassungsterminal, als die Daten von Steuerungs- oder Testprogrammen vorher irgendwo "erfaßt" würden. Über die Einsatzabsichten der bisherigen VDU-Abnehmer weiß man bei Neumüller zwar nicht viel, doch deutet nach Haas' Darstellung einiges darauf hin, daß die Terminals überwiegend als Testprogramm-Speichergeräte oder als Steuergeräte für Mikroprozessor-Schaltungen dienen.

So habe beispielsweise AEG die Terminals aus dem 15-Mann-Unternehmen G. R. Electronics jetzt anstelle der TI-"Schreibmaschinen" zu Servicezwecken eingesetzt. Weitere VDU-Erwerber sind nach Haas' Angaben Siemens-Karlsruhe, die Augsburger Textilmaschinenfabrik, Hoechst und die Stahlwerke Peine. Die Neumüller GmbH ist in Taufkirchen unter der Rufnummer 089/6 11 81 erreichbar.