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28.11.1980

Neunter internationaler Finite-Elemente-Kongreß mit über 100 Teilnehmern: Im Gleitverfahren aus der FE- Software-Krise

BADEN-BADEN - Das Konzept der "gleitenden Software-Erneuerung" als Ausweg aus der entstandenen Finite-Element-(FE-)Software-Krise war eines der Themen aus Theorie und Praxis, die auf dem neunten internationalen Finite-Element-Kongreß in Baden-Baden behandelt wurden. Der Einladung der Stuttgarter Ikoss GmbH waren über 100 FE-Anwender gefolgt; ihnen wurden l6 Vortragsveranstaltungen geboten.

Die Spannweite der Themen reichte von "Dynamischen Berechnungen an einer Rohrleitung" über eine "Schiene-Schotterbett-Brückenbau-Iteration" bis zu "Lösungsmethoden für nichtlineare Finite-Element-Berechnungen". Dr. Klaus Hieronimus von der Adam Opel AG, Rüsselsheim, beleuchtete in seinem Erfahrungsbericht über den Einsatz der FE-Methode im Automobilbau - hier insbesondere "gegen" die etablierten Versuchsverfahren - auch die personelle Seite.

Benötigt werden nach seiner Darstellung Spezialisten, die sich auf dem FE-Sektor sowie in Hard- und Software auskennen, darüber hinaus aber auch über branchen-/produkspezifische Anwendungspraxis verfügen. Da das Optimieren der oft komplexen Blechbauteile weniger durch mathematische Strategien - sie seien derzeit noch kaum als praxisreif zu bezeichnen - als vielmehr von individuellen Denkansätzen bestimmt werde, müßte außerdem konstruktive Erfahrung hinzukommen. Diese Anforderungen, meinte Hieronimus, decke am ehesten ein gemischtes Team ab.

Dr. Ernst Schrem vom Institut für Statik und Dynamik an der Universität Stuttgart diagnostizierte in seinem Referat "Modell-Beschreibung und Ergebnis-Darstellung in Aska 80" eine Krise der FE-Software. Die Ursache - so Schrem - liegt darin, daß die verbreiteten und bewährten FE-Software-Systeme durchweg vor acht oder mehr Jahren entstanden und nach dem heutigen Stand der Software-Technologie als mangelhaft anzusehen sind.

Als Ausweg aus der Krise - sie wird verschärft durch den Umstand, daß für eine völlige Neuentwicklung mindestens die kritische Installationszahl von 20 erreicht werden muß - präsentierte Schrem eine radikale Trennung von ("altem") Kernsystem und (gewachsenen) Satellitensystemen durch einfache Schnittstellen. Zwar sei dadurch das Kernsystem allein nicht mehr lebensfähig, doch ließen sich so Funktionen besser gliedern und Daten besser organisieren. Das Konzept der "gleitenden Software-Erneuerung" ist folgendermaßen angelegt:

Anstatt ein Kernsystem zuerst fertig zu entwickeln, wird zunächst basierend auf einem Transput-Modul und einer neuen Datenverwaltung ein Satellitensystem entwickelt und per Schnittstellen-Software mit dem "alten" Kernsystem - in diesem Fall mit dem von den Stuttgartern entwickelten "Aska" - gekoppelt. Dadurch können Aska-Installationen sofort von der laufenden Software-Entwicklung profitieren und die weiteren Entwicklungen weitgehend auf dieser verbesserten Grundlage erfolgen.

Auf diese Weise, meint Schrem, werde es einen gleitenden Übergang zum neuen Kernsystem "Aska 80" geben. Schrem: "Wir sehen dieses Ziel als erreicht an, wenn es uns später einmal gelingen wird, das gegenwärtige Aska-System durch Aska 80 zu ersetzen, ohne daß dies zunächst von den meisten Benutzern bemerkt wird."

Am Kongreß nahmen Vertreter aus Großindustrie, Wissenschaft und Verwaltung, aber auch aus Klein- und Mittelbetrieben teil. Ein Ausschnitt: Daimler-Benz, VW, IBM, Siemens , DEC, Prime, CDC, Hoechst, Bayer MBB, Dornier, Krupp, Voest Alpine, Howaldtswerke, BBC, TÜV, Softlab, UDF Dr. Fischer, Dorsch Consult sowie mehrere Hochschulen und Nuklearforschungsinstitute .