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25.01.2002 - 

"Per Du" mit Frau Holle

Neuschnee im Web

MÜNCHEN (CW) - Kurztrips in die Berge haben Hochkonjunktur - Autobahnanrainer südlich von München können ein Lied davon singen. Die entscheidende Frage im Winter: Wo liegt wie viel Schnee? Das Web weiß manchmal die Antwort.

Neben ausgedehnterem Winterurlaub in den Bergen sind Kurztrips am Wochenende trotz des permanenten Verkehrsinfarktes in den einschlägigen Regionen beliebt. Bei der Wahl des Skigebiets gilt als entscheidend, dass dort, wo man hin will, auch Schnee liegt. Früher waren Skifahrer noch zur Informationsversorgung auf bewegte Live-Bilder im Österreichischen Fernsehen "ORF" angewiesen, heute hat das Web die nachrichtliche Grundversorgung übernommen.

Seit das Medium jedoch von den meisten Wintersportgebieten als preisgünstige Werbefläche erkannt wurde, herrscht ein klassischer Information Overflow: Allein die Suchmaschine Altavista findet den Begriff "Schneehöhen" mehr als 9100 Mal, darunter bei lokalen Skiclubs, auf regionalen Informationsseiten und in diversen Portalen, die eigentlich für Durchblick sorgen sollten. Zwar protzen diese Anlaufstellen mit gesammelten Fakten für den schnellen Überblick, eine Garantie für deren Richtigkeit kann allerdings nicht gegeben werden.

Exponiertes Beispiel ist die Site Schneehoehen.de: Hier finden sich umfangreiche Auskünfte zu vielen europäischen Skigebieten einschließlich Talabfahrt, offenen Liften und gespurten Kilometern, die mit Bildern aus diversen Webcams angereichert werden. Dabei muss das Portal auf die Informationen der regionalen Sites vertrauen, und dort liegt das Problem: Wenn etwa Reit im Winkl seine Daten nicht aktualisiert, warten dort im Sommer immer noch 120 Zentimeter "griffiger" Neuschnee auf Skifahrer. Als Konsequenz müssen sich Surfer darauf einstellen, mehrere Portale sowie die jeweiligen Primärquellen zu vergleichen.

Vertrauen kann man aber auch den Mitteilungen aus den einschlägigen Tourismusgebieten nur eingeschränkt. So heißt es zur französischen Skiregion von Tignes: "Um die Umwelt und einen gewissen Lebensstil zu erhalten, wurde Tignes zur Station ohne Auto." Wer einmal dort war, weiß auch, wieso: Die Franzosen haben einfach mehrere komplette Fußgängerzonen in die Berge betoniert. Platz für Autos gibt es nur in ausgewiesenen Zonen: 14 Tage parken kosten 94 Euro. Man kann den Stellplatz aber immerhin auch online reservieren.

Trotzdem lassen die Angebote erahnen, wo die Reise mittelfristig hingehen soll: zum bezahlten Content über das Handy. So kann jeder Interessierte bei Schneehoehen.de eine 0190-Nummer anwählen und sich die Schneeinformationen seiner Lieblingsregion eine Woche lang auf das Mobiltelefon senden lassen. Einen ähnlichen Weg beschreiten die Mobilfunkanbieter, die ihren Kunden aktuelle Olympia-Ergebnisse aus Salt Lake City per SMS zuschicken - gegen Gebühr, versteht sich.

Auf derartige Angebote kann in Nordrhein-Westfalen getrost verzichtet werden. Die dortigen Indoor-Skihallen wie das "Alpincenter" in Bottrop oder die "Allrounder Winter World" in Neuss verfügen mit ihrer Schneesicherheit über einen entscheidenden Standortvorteil. In letzterer Halle werden 300 Meter überdachte Piste mittels drei Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr in eine Abfahrt verwandelt. Dabei bietet der obere Hang 28 Prozent Gefälle. Zwei Schlepplifte und ein Vierersessellift schaffen die Sportler für 28 Euro am Tag zur Bergstation auf 110 Metern Höhe. "Hier ist man mit Frau Holle per Du", heißt es. Was die Ökobilanz betrifft, können die Hallen locker mit Südtirol mithalten: Dort wird in diesem Winter wegen Schneemangels rund um die Uhr mit Kanonen auf Gräser geschossen. (ajf)

Ski-Linkswww.allrounder.de

www.alpincenter.com

www.schneehoehen.de