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09.08.1996 - 

Gerüchte um Bündnis mit Thyssen Telecom

Neustrukturierung: Vebacom trotzt strategischen Defiziten

Die Vebacom GmbH will sich mit der geänderten Organisationsstruktur konsequenter auf Kundenbedürfnisse sowie Marktgegebenheiten einstellen, heißt es lapidar in einer Erklärung des Unternehmens. Zu diesem Zweck werden in der neuen Vebacom Service GmbH die Bereiche Marketing, Verkauf und Kundenservice zusammengefaßt. Zudem soll dort das gesamte Produkt- und Dienstleistungsangebot weiterentwickelt werden.

Aufgabe der neuen Vebacom Netz GmbH ist die Errichtung sowie der Betrieb eines Sprach- und Datennetzes und die Bereitstellung einer Plattform für alle Dienstleistungen. Mitarbeiter und Aktivitäten der Tochterunternehmen Meganet und Lion werden in die neue Organisationsstruktur integriert. Die Vebacom GmbH übernimmt als Holding die strategische Steuerung und Kontrolle aller Aktivitäten, was auch für die Beteiligungen des Unternehmens sowie übergreifende Projekte, etwa den Multimedia-Pilotversuch "Infocity NRW", gilt.

Insider werten die Neustrukturierung von Vebacom indes eher als Akt der Hilflosigkeit. Schon seit Wochen wird hinter vorgehaltener Hand über eine Revision der hochtrabenden Telecom-Pläne von Veba-Chef Ulrich Hartmann spekuliert. Dies um so mehr, als seit dem überraschenden Zuschlag für die Beteiligung an der Bahn-Telecom-Tochter DB-Kom an Mannesmann die Trümpfe im Poker um eine gute Ausgangsposition im deutschen Telecom-Markt anders verteilt sind. Neben der Dreier-Allianz zwischen British Telecom (BT), RWE und Viag wird nun vor allem das Bündnis von DB Kom, Mannesmann und AT&T als ernstzunehmender künftiger Herausforderer der Telekom angesehen, während Veba und Thyssen im Rennen um wichtige strategische Partner als Verlierer dastehen.

Veba-Chef Hartmann unter Druck geraten

Außer einer Partnerschaft mit Cable & Wireless (die Briten halten 45 Prozent der Vebacom-Anteile) herrscht bei Vebacom in puncto internationale Joint-ventures Fehlanzeige, und über eigene Netzinfrastruktur verfügt man, ähnlich wie der Thyssen-Konzern, nur in sehr geringem Maße. Frühere Schätzungen der Düsseldorfer, die ab dem Jahr 2000 von einem Marktanteil von rund zehn Prozent und einem jährlichen Umsatzvolumen zwischen zehn und zwölf Milliarden Mark ausgingen, sind nach Ansicht von Experten Makulatur. Veba-Chef Ulrich Hartmann, der die Ausrichtung des Konzerns in Richtung Telekommunikation lange Zeit als "Chefsache" vorantrieb, ist daher, wie "Der Spiegel" berichtet, intern mächtig unter Druck geraten.

Nach wie vor halten sich auch hartnäckig Gerüchte, wonach Veba und Thyssen nun aus ihrer Not eine Tugend machen und künftig gemeinsam im Markt auftreten könnten. Ausgangsbasis dafür könnten unter anderem die jeweiligen Beteiligungen am Mobilfunkbetreiber E-Plus sein. Es bestehe "keine Notwendigkeit, einen Kurswechsel durchzuführen", betonte indes ein Sprecher der Vebacom GmbH gegenüber dem Wirtschafts-Informationsdienst "vwd".