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29.05.1992

Next auf der Suche nach dem Next-Markt

Der nächste, bitte: Bei der deutschen Next-Filiale ist ein Schleudersitz frei geworden, nachdem sich Steven Jobs von Geschäftsführer Helmut Blank getrennt hat (Seite 1). Mit Blank verläßt nahezu die komplette Münchner Next-Mannschaft das Unternehmen. Zwar wurde bereits ein Schattenkabinett unter der Führung von Michael Gobran gebildet - nur sollen die Manager in der Europa-Zentrale und in USA nicht glauben, daß damit bereits sämtliche Unklarheiten aus Kundensicht beseitigt sind. Gewiß hatten die Amerikaner zuletzt ein Problem mit Blank, der als Verkaufsstratege erfolglos war, aber der Geschaßte kann einwenden, daß er auch ein Problem mit Steven Jobs hatte. Als Deutschland-Kenner kann Jobs nicht gelten, was Blank nicht trösten wird.

Dennoch: Wer die Schwierigkeiten von Next Deutschland beim Personal sucht, wird außer Burn-out-Spuren nichts finden. Daß der Mainframe- und Minicomputer-erfahrene Blank für Next nicht der richtige Mann war, hätte Jobs wissen können, wissen müssen. Aber ist der schwarze Next-Würfel das richtige Produkt für den deutschen Markt? Und wie sieht dieser Markt aus? Welches Marketing-Konzept ist schlüssig? Kurz: Wie komme ich an die deutschen Anwender heran? An welche Anwender?

Wenn Steven Jobs die Antworten kennt, dann behält er sie jedenfalls für sich. Der Faszination des Produktes, das weiß natürlich der Apple-Mitbegründer, werden nur PC-Freaks erliegen, die auch den Macintosh lieben - nicht genug, um wenigstens einen Achtungserfolg im kommerziellen Markt zu begründen. Die Resultate geben den Skeptikern recht. Selbst als Rolls-Royce unter den PCs läßt sich der Next-Rechner nicht verkaufen. Zu schwach auch die Position im Workstation-Segment: Mit Sun, HP, IBM und DEC ist das Marktführer-Quartett bereits gut besetzt - da bleibt kein Platz für Nachrücker, zumal die Eintrittsschwelle zum unüberwindlichen Hindernis wird.

Noch schlimmer: Die Interessenten müssen gegen ihre eigene Interesselosigkeit ankämpfen, was Paul Vais, Vice-President Next Europe, indirekt bestätigt: "Es geht uns darum, Nachfrage zu schaffen." Das hätte man sich bei Next auch früher überlegen können. Jetzt mit der Betriebssystem Waffe "Nextstep" zu jonglieren, um in die Vereinigung der Software-Zauberer aufgenommen zu werden, mag gut für das Selbstbewußtsein der Next-Entwickler sein - am Anwender-Point-of-Sale bringt es gar nichts.

Nichts gegen die Next-Technik. Nur reicht eben auch die exzellenteste Technik nicht aus. Nur wenige Anwender können es sich leisten, nicht nach dem Warum, Wieso, Weshalb, zu fragen, bevor sie Hersteller - ja, nicht nur Next ist gemeint - , das durfte Sie doch nicht überraschen?