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07.08.1992 - 

"Steckerkompatible" Software-Bausteine auf Nextstep-Basis

Next bietet einen Katalog von 100 Third-Party-Komponenten an

SAN FRANZISKO (qua) - Individuelle Anwendungen aus vorgefertigten Einzelteilen zusammenstöpseln - für die Anwender der "Next"-Systeme könnte dieses Ziel objektorientierter Systementwicklung ab sofort Realität werden: Unter der Bezeichnung "Objectware" hat die Next Computer lnc. einen Katalog von etwa 100 auf der "Nextstep"- Architektur basierenden Third-Party-Komponenten vorgestellt.

Die Betriebsumgebung Nextstep läuft bislang nur auf den schwarzen Next-Computern, in deren Eingeweiden Motorolas 68040-Prozessoren ihre Arbeit verrichten. In naher Zukunft will der in Redwood City, Kalifornien, ansässige Hersteller jedoch eine Portierung für den 486-Chip von Intel freigeben und damit auch den Objectware-Komponenten einen ungleich größeren Markt öffnen.

Next beschreibt Objectware als eine neue Kategorie von Software, die zwischen Systemsoftware und Anwendungssoftware im klassischen Sinne angesiedelt ist. Strenggenommen handelt es sich dabei um eine Klassenbibliothek, die jedoch ihrerseits Wiederum solche Bibliotheken enthält und - im Gegensatz zu anderen unter diesem Etikett vermarkteten Produkten - von unterschiedlichen Entwicklerunternehmen bestückt wird.

Nach Angaben von William Parkhurst, im Rang eines Direktors für das Software Engineering der Next Inc. zuständig, zielt dieses Angebot keineswegs auf den Endanwender, sondern auf professionelle Entwickler in Software-Unternehmen und DV-Abteilungen. Einen Bedarf für die Objectware-Komponenten sieht der Anbieter vor allem in den Bereichen Finanzdienstleistung, Rechtsprechung und Gesundheitsvorsorge.

Die im Katalog aufgelisteten Produkte sollen die Entwickler in die Lage setzen, auf die genannten Märkte zugeschnittene Applikationen für Finanzmodellierung, Simulation, Datenbank-Zugriff und -Management sowie Kommunikation, Dokumentverwaltung, Publishing und Entscheidungsunterstützung zu erstellen. Neben Objekten, die Strichcode in gedruckten Text beziehungsweise diesen wiederum in gesprochene Wörter verwandeln können, enthält das Objectware-Verzeichnis beispielsweise eine sogenannte Dokumentmaschine als Basis für komponentenbasierte Ptublishing-Anwendungen, eine Objektbibliothek für verteilte Netzanwendungen sowie Komponenten für mathematische Modellierung, für Scanner und serielle Peripherie-

Schnittstellen sowie für grafische Darstellungen.

Next stellt lediglich die Schnittstellen zur Verfügung; Distribution und Pflege der aus rund 50 Softwarelabors stammenden Prefab-Objekte bleiben Aufgabe des jeweiligen, Entwicklungsunternehmens.

Katalog enthält auch Public-Domain-Objekte

Neben den kommerziell vertriebenen Komponenten enthält der Katalog, der für rund elf Dollar direkt bei Next angefordert werden kann, auch eine Reihe von Public-Domain-Objekten.

Wie Steven Jobs, Chiairman und Chief Executive Officer der Next Inc., anläßlich der "Object World" in San Franzisko bekannt gab, hat sich das von ihm gegründete Unternehmen kürzlich der Object Management Group (OMG) angeschlossen. Bereits jetzt, so der Next-Chef, entsprechen alle Nextstep-Objekte - die eigenen wie die der Third-Party-Anbieter - dem Objektmodell der OMG, indem sie deren Interface Definition Language nutzen.

Darüber hinaus kündigte Jobs an, daß Nextstep ab August dieses Jahres in der Version 3.0 zur Verfügung stehen wird. Das neue Release wurde um eine Reihe zusätzlicher Objekte erweitert - darunter ein Datenbank- und ein Telefon-Kit sowie sogenannte Verteilte Objekte, die den Informationsaustausch zwischen verschiedenen Anwendungen, Maschinen und Netzen ermöglichen sollen.