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29.05.1992 - 

Auch Zahl der Vertriebspartner wird verringert

Next wechselt gesamte deutsche Führung aus

MÜNCHEN - Bei der deutschen Next Niederlassung stehen die Zeichen auf Sturm: Von den zwölf Mitarbeitern der Next Computer Deutschland GmbH, werden neun entlassen, darunter Geschäftsführer Helmut Blank. Die einzigen Überlebenden des Umsturzes sind die drei Support-Angestellten der Firma. Anfang Juni soll Next Deutschland über eine neue sechsköpfige Führungsmannschaft verfügen.

Der personelle Kahlschlag ist nur ein Teil einer umfassenden Reorganisation des Ismaninger Unternehmens, wie Paul Vais, Vice-President Next Europe, der COMPUTERWOCHE erläuterte. Auch eine neue Marketing-Strategie und eine Neuordnung der Vertriebskanäle gehören zu der Restrukturierung, deren Einzelheiten das Steven-Jobs-Unternehmen am 2. Juni in Frankfurt am Main bekanntgeben wird.

Vais sagte, Chef der neuen Crew solle Michael Gobran werden, der bisher Geschäftsführer der AMG Industrie Consulting GmbH in Dortmund war, einem der drei größten Next-Vertriebsunternehmen in Deutschland. Als neuer Controller ist Ex-VLSI-Mann Hubert Schwab vorgesehen, der für die Übergangszeit bis zum 2. Juni Interims-Geschäftsführer bei Next sein wird.

Der "bisher sehr heterogene Handelskanal" soll neu geordnet werden, nannte Gobran eine weitere Maßnahme. Vais lakonisch: "Wir werden die Zahl der Partner in Deutschland verringern." Wie viele Next-Händler davon betroffen sein werden, sagte der Europa-Chef nicht.

Auf die Frage, warum diese Notbremsung erforderlich war, sagte Nexts Top-Manager für Europa: "Wir wollen damit die laufenden Kosten mit den Möglichkeiten, die wir auf dem deutschen Markt haben, in Einklang bringen." Bisher habe man eine Menge Leute damit beschäftigt, Techniker zu schulen und die Vertriebsfirmen zu unterstützen, aber man habe gemerkt, daß die auch ganz gut ohne Unterstützung durch Next zurechtkämen.

Vais weiter: "Jetzt wollen wir uns mehr auf das Marketing konzentrieren, es geht uns darum, Nachfrage zu schaffen. Und für diesen Job kommen neue Leute, die dafür besser geeignet sind."

Auch wenn niemand von Next und den Next-Vertreibern auf die eigentliche Ursache für die Reorganisation eingehen mochte, liegen die Gründe auf der Hand: zuwenig Absatz, zuwenig Umsatz, zuwenig Gewinn. In der Zeit zwischen ihrem Debüt Ende 1990 und der CeBIT im März 1992 hat die deutsche Next-Dependance etwa 4000 der schwarzen Designcomputer abgesetzt. Ex-Chef Blank hatte schon für Ende 1992 zunächst 18 000 verkaufte Rechner angepeilt, dieses Ziel aber schon wenig später erst auf 12000 und dann auf 8000 Maschinen korrigiert.

Im weltweiten Geschäft konnte Next-Chef Steven P. Jobs den Umsatz 1991 gegenüber 1990 zwar mit 127,5 Millionen Dollar mehr als vervierfachen (Umsatz 1990: 28 Millionen Dollar). Doch bezweifeln Insider, daß die Neugründung des PR-Genies überhaupt Gewinn abwirft. Für diese Zweifel spricht, daß Next zu dieser Frage beharrlich schweigt.

Auch die im vergangenen November erfolgte Entlassung von 30 Next-Angestellten und ständige Wechsel in Führungspositionen deuten in diese Richtung.

Der Putsch in der deutschen Filiale ist ein neuerliches Krisensignal. Euro-Chef Vais glaubt indessen trotz aller bösen Omen, daß die neugestaltete Next GmbH Erfolg haben wird: "Schon in den nächsten 90 Tagen kommen die in die Gewinnzone."