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04.09.2012 - 

Ein entschiedenes Jein der Händler

NFC an der Ladenkasse

Matthias ist das neueste Mitglied der COMPUTERWOCHE-Redaktion und schwerpunktmäßig der Print-Ausgabe zugeordnet. Dort verantwortet der studierte Journalist die News im Ressort Produkte & Praxis. Weiter schreibt er querbeet über Software, mobile Lösungen, Endgeräte, Strategien und was sonst noch die IT-Welt bewegt.
NFC macht für den Handel alles besser: schneller Bezahlprozess, geringere Personalkosten, überschaubare Transaktionsgebühren, sichere Geldübermittlung. Trotzdem zögern die Händler - aus gutem Grund.
Foto: DSGV

Die Theorie klingt verlockend: Mit Near Field Communication sollen Kunden ihre Einkäufe ohne PIN-Eingabe und Unterschrift schnell und bequem bezahlen können. Dafür muss nur eine Karte oder ein NFC-Handy wenige Zentimeter vor das Lesegerät an der Kasse gehalten werden. Das kontaktlose Zahlen soll nicht nur Zeit und Personal sparen. Auch die Lesegeräte sind angeblich weniger störanfällig als traditionelle Kassen, schließlich treten keine mechanischen Abnutzungseffekte auf.

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Die Carrier und die Geldinstitute schieben momentan die Verbreitung der NFC-Chips massiv an. Doch nicht nur die Kunden, besonders die Händler wollen erst einmal überzeugt werden. Viele von ihnen zögern noch mit der Installation von NCF-Lesegeräten an ihren Kassen. Häufig befürchten sie, für jedes Geldinstitut unterschiedliche Hardware zu benötigen.

Dies stimmt zum Teil. Zwar ist der Übertragungsstandard NFC bei allen entsprechenden Payment-Verfahren gleich, doch benötigt jede Methode eine eigene Terminalsoftware und einen eigenen Vertrag (Acquiring). Diese Terminals sind separate Geräte, die über eine USB-Schnittstelle mit dem Kartenlesegerät verbunden werden. In vielen Fällen ist das Terminal eines Anbieters bereits im Lesegerät integriert. Ein NFC-Lesegerät kostet derzeit etwa 150 Euro, für die "On-Board"-Variante werden zwischen 300 und 500 Euro fällig.

Neben diesen einmaligen Hardwarekosten kommen auf die Händler zusätzliche Transaktionsgebühren zu. Bei dem von den Sparkassen genutzten "GiroGo"-Verfahren der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) sind gestaffelte Gebühren geplant. Für Zahlungen bis fünf Euro soll ein Cent anfallen, bis zehn Euro zwei Cent, und Zahlungen bis 20 Euro sollen drei Cent kosten. Hinzu kommt eine Transaktionsgebühr für den jeweiligen EC-Cash-Netzbetreiber. Nach Vorstellung der Sparkasse könnte sie 0,75 Cent betragen. Insgesamt sollen diese Gebühren deutlich unter den Transaktionskosten einer konventionellen Kreditkartenzahlung liegen. Die Transaktionen mit Mastercards "Paypass" und Visas "Paywave" sollen laut Medienberichten zwischen acht und zwölf Cent kosten. Genaue Zahlen wollen die Kreditkartenorganisationen noch nicht nennen.

NFC ringt um Anerkennung

Über das Thema Zahlungssicherheit brauchen sich die Händler nur wenig Sorgen zu machen. Sowohl bei GiroGo als auch bei den Verfahren der Kreditkarteninstitute handelt es sich um ein garantiertes Zahlungsverfahren, das mit der Sicherheit herkömmlicher Karten vergleichbar ist. Auch ein Betrug sei unwahrscheinlich, da die Lesegeräte beim Acquirer registriert sein müssen und das Guthaben bei einer Geldtransaktion auf ein Konto überwiesen wird. Mastercard betont, dass bisher kein Datenmissbrauch bekannt geworden sei.

Doch die Mehrheit der Deutschen hat laut einer Ende 2011 betriebenen Umfrage von Putz & Partner gegenüber dem Bezahlen per NFC Sicherheitsbedenken. Nur rund jeder Vierte möchte Einkäufe künftig mit dem Smartphone begleichen. 54 Prozent sind sogar gegen jegliche Nutzung mobiler NFC-Zahlsysteme - wohl auch wegen des drohenden Personalabbaus im Handel.

Am NFC-Markt herrscht reges Treiben. Die Carrier, die Kreditinstitute und die neuen Player haben ihre Projekte gelauncht oder stehen kurz vor dem Startschuss. Jeder von ihnen zeigt sich überzeugt, sein Konzept sei das beste. Doch genau hier liegt das grundsätzliche Problem begraben. Es wurde versäumt, im Vorfeld gemeinsame Standards festzulegen und die kontaktlose Bezahlung einheitlich voranzutreiben. Letztendlich wird nun der Kampf um die neuen Märkte wie so oft auf dem Rücken der Early Adopters ausgetragen.

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