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17.12.1976

Nicht ausgeschöpft

Manche EDV-Leiter pendeln zwisehen User-Group und unabhängigen Seminaren, wissen heute schon, was sie 1978 durch einen Laserdrucker einsparen und diskutieren, ob ein abgewracktes TSO nicht doch Vorteile gegenüber einem kompletten Roscoe hat. Die Lücke zwischen solchen mündigen Anwendern und dem Heer der übrigen ist 1976 wohl noch größer geworden.

Zu viele Anwender stecken so in der Alltagsroutine, daß die Zeit fehlt, das Nicht-Alltägliche zu überdenken. Schon bei der Planung hapert's: "Mit ihrem derzeitigen Personalbestand benötigen die Anwender durchschnittlich 4,3 Jahre, um die geplanten Projekte zu verwirklichen. Der beabsichtigte Realisierungszeitraum beträgt

aber im Durchschnitt nur zwei Jahre" ermittelten Infratest und mbp. Immer noch machen Softwarehäuser leichter erheblich mehr Honorarumsatz, wenn sie Anwendern individuell aus Termin-Nöten helfen, als durch den Verkauf von Software-Paketen.

Im Software-Marketing steckt noch der Wurm: Zu wenig Verkauf per Post und über User Groups! Dem Anwender fehlen Auswahlhilfen - es gibt weder Gütesiegel für Programme noch vergleichende Soft-Warentests. Man nimmt in Kauf, um Jahre hinter der Entwicklung herzuhinken und hält sich an Bewährtes. Wo aber Tauben sind, da fliegen Tauben zu: Syncsort und CA-Sort erreichten die magische Schwelle von jeweils 1000 Installationen in 1976.

Die Bereitschaft, 1976 neu vorgestellte Werkzeuge wie LSS/Heureka oder das Programmentwicklungsterminal PET systematisch zu erproben, blieb so gering wie in früheren Jahren. Solange Leistungssteigerungen und oder Kostensenkungen leichter durch Verhandlungen über neue Hardware, Mixen und Leasing zu erreichen sind als durch Neue Software-Technologie oder Bit-Fummelei läßt mancher EDV-Leiter die Finger von der Software-Rationalisierung. Er nimmt weiter in Kauf, daß mindestens 50 Prozent der Programmierkapazität durch Wartung gebunden sind und daß die Tests zuviel Aufwand erfordern. Die Installationszahlen für computergestützte Dokumentationssysteme blieben beschämend niedrig.

Der Einsatz von Hard- und Softwaremonitoren wirkt nicht immer ermutigend. Die für Tuning nützlichen Instrumente zeigen nämlich auch, wieviel Laufzeit und Speicher der so gelobte Komfort beim Programmieren kostet.

Als Problem erwies sich nicht, daß es zu wenig Software-Pakete und -Werkzeuge gibt, sondern eher, daß es schon zu viele gibt. Und - daß das vielfältige Angebot an Programmen und Erfahrungen nicht konsequent ausgeschöpft wird. -py