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11.06.1999 - 

Lösungen statt Technik/Kommentar

Nicht eingelöste Versprechen

Erfahrenen DV-Fachleuten rieselt es noch heute eiskalt den Rücken hinunter, wenn sie sich an "Turnkey Solutions" erinnern, wie sie vor dreißig Jahren implementiert wurden. Mit ihnen wurden fast so viele Probleme geschaffen wie behoben. In der Branche mußte erst die Erkenntnis reifen, daß es nicht eine Lösung für alle Probleme gibt - nicht einmal von der SAP.

Den Herstellern fällt es heute immer schwerer, Hard- und Software mit Argumenten wie "schneller" ,"mehr Funktionen", "modernste Technologie" an den Kunden zu bringen. Die neuen Verkaufsargumente leiht sich die Industrie daher aus der Praxis. Intel verkauft Chips, weil darauf die Software für die Sekretärin läuft, Novell integriert seine Netztechnik in kaufmännische Software und SAP verdient an betriebswirtschaftlicher Software, weil Konkurrenzdruck die Unternehmen zwingt, ihre Abläufe genauer zu planen. Kurz: Techniken lassen sich nur über Lösungen verkaufen.

Kluge DV-Leiter haben eigentlich immer schon darauf geachtet, daß ihre Datenverarbeitung den Geschäftszwecken dient. Neu ist allerdings, daß heute Betriebswirtschaftler kompetent über den Kauf von Technik bestimmen und mit ihren konkreten Wünschen die Marketing-Selbstdarstellung der Hersteller aushebeln.

Die Kunden weisen der Technik die dienende Funktion zu, die ihr gebührt. Sie liefert die Infrastruktur, für deren Funktionieren Computerspezialisten zuständig sind. Das Bedienen von Endgeräten hat dagegen künftig ohne IT-Know-how zu funktionieren.

Neu ist auch, daß eine Branche boomt, deren zentrale Aufgabe es ist, Technik unsichtbar zu machen. Die Entwickler von Embedded-Software bereichern Handies, Autos und Netzwerkkomponenten mit Anwendungen, die genutzt werden, ohne daß es irgendwelcher DV-Kenntnisse bedarf. Vielleicht werden die seit dreißig Jahren im Raum stehenden Versprechen doch noch eingelöst. Hermann Gfaller