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19.10.1990

Nicht mehr wie zu Happy-Pappy-Zeiten

Dies vorweg: In der letzten Ausgabe ist uns, Hewlett-Packard betreffend, ein Fehler unterlaufen. Die vwd-Meldung "HP gliedert Computergeschäft auf" wurde in der Hektik vor Redaktionsschluß als "HP gliedert Computergeschäft aus" gelesen (verstanden!) und entsprechend wiedergegeben (Seite 1: "Computerbereich ausgegliedert-Hewlett-Packard muß DV-Kurs korrigieren"). Nun geht zwar aus dem Bericht im weiteren eindeutig hervor, daß HP mit Computern zwei Drittel des Gesamtumsatzes erwirtschaftet, was bei dem Begriff "Ausgliederung" im Kontext des Artikels keine Schärfe, keinen negativen Beigeschmack aufkommen lassen konnte, wie wir meinen und meinten - anders ist die Freudsche Fehlleistung nicht zu erklären. Gleichwohl bedeutet Ausgliederung etwas anderes als Aufgliederung - und Hewlett-Packard hat aufgegliedert.

Über die momentane Lage der Company ist damit freilich so gut wie nichts gesagt. Diesbezüglich gibt es Zeichen von Schwäche, die nicht zu übersehen sind. Warum wohl hat HP den Computerbereich aufgegliedert? Tatsache ist, daß der Preiskampf im PC- und Workstation-Segment auch dem Minicomputer- und Meßgeräte-Hersteller zu schaffen macht, denn die Spirale dreht sich weiter nach unten, die Gewinnmargen schrumpfen, der aus geringeren Stückerlösen resultierende Fehlbetrag gegenüber früher kann selbst durch einen höheren Mengenabsatz nicht kompensiert werden. Es handelt sich übrigens um ein Branchenphänomen, die Ausnahme IBM bestätigt die Regel.

Daß das Echo auf die jüngsten HP-Maßnahmen (Seite 6) in der internationalen Presse so laut ausfällt, ist der eigentliche Knackpunkt. Jahrelang war es, in einem durchaus positiven Sinne, still um Hewlett-Packard, produzierte "Happy Pappy", wie HP in Entwickler- und Anwenderkreisen beinahe liebevoll genannt wird, technologisch hochwertige Produkte - und keine negativen Schlagzeilen. HP gehörte seit jeher nicht zu denen, die sich unter Wettbewerbsdruck zu ruppigem Marktverhalten provozieren ließen. Nein, man verhielt sich stets gentlemanlike. Die HP-Kunden honorierten dies. Doch leider: Die Technologie-Orientierung reicht nicht mehr, sich aus der Schlammschlacht im Mikro/PC-Markt herauszuhalten. Daß die Käufer einschlägiger Produkte (Workstations etc.) immer weniger bereit sind, Hersteller- und Markentreue zu zeigen, ist eine realistische und vernünftige Annahme, mit der sich HP vertraut machen muß.

PS: Freudsche Fehlleistungen, HP möge uns diesen Gedanken nachsehen, können durchaus anregende Wirkungen haben. Wäre es womöglich ein guter Ansatz, wenn HP den Computerbereich tatsächlich als separate Einheit behandeln, Ausgliederung demzufolge mit einem positiven Vorzeichen versehen würde?