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22.08.1997 - 

Kolumne

"Nicht mit Ruhm bekleckert"

Radikale Schritte bergen immer ein hohes Risiko, das nur eingegangen werden sollte, wenn keine Alternativen mehr bestehen. Offenbar war das beim Tabakkonzern Reemtsma der Fall, der die gesamte IT-Infrastruktur und -Abwicklung an einen externen Dienstleister übergeben hat (siehe Seite 9). Der Anwender geht davon aus, daß die Zusammenarbeit mit Externen immer dann funktioniert, wenn die Standards klar definiert sind und ihre Einhaltung überwacht wird. Mag es auch bei Reemtsma Gründe geben, die diese radikale Auslagerung von IT-Equipment und -Personal notwendig erscheinen ließen, empfehlenswert ist ein solcher Schritt nicht.

Folgende Gründe sprechen in der Regel dagegen: Die Abhängigkeit von einem Dienstleister ist damit zementiert. Nur durch eine Übernahme dieses Partners könnte sie aufgehoben werden. Das Know-how im Unternehmen geht nach und nach verloren und damit möglicherweise auch die Fähigkeit, unternehmenseigene Standards zu setzen. Außerdem droht dem Unternehmen der DV-technische Stillstand, wenn nur ein Glied in der Kette der beauftragten Dienstleister ausfällt. Outsourcing soll nicht verteufelt werden. Doch man kann nicht von Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft reden, wenn Unternehmen sowohl Informationsverarbeitung als auch Service nicht als zentrales Produktions- und Marketing-Instrument begreifen.

Sicher, viele internen DV-Abteilungen haben sich in den vergangenen Jahren nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Zu langsam, zu teuer, zu unflexibel und ineffizient lauten die teilweise berechtigten Vorwürfe. Daß so mancher Geschäftsführung der Gedanke an Outsourcing verlockend erscheint, ist daher verständlich. Und wenn sich IT-Manager weiterhin auf einen Haus- und Hoflieferanten verlassen, die Informationsverarbeitung in ihren Unternehmen nicht mit neuen Ideen und Konzepten vorantreiben, droht ihren Abteilungen die Auflösung zu Recht. Sie werden sich nur dann halten können, wenn sie das leisten, was ihre Bosse zur Zeit extern einkaufen müssen: als firmeneigener Serviceanbieter der Integrator für ihr Unternehmen zu sein. "Wir stehen vor der Herausforderung, die IT den Anforderungen unserer internen Kunden entsprechend anzuwenden", erklärt ein IT-Manager. "Sonst wären wir nichts anderes als Einkäufer." Der Mann hat recht.