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29.07.1994

Nicht so ganz klar . . .

Microsoft-CEO Bill Gates (Foto) und Chefunterhaendler Bill Neukom nahmen in einer internationalen Telefonkonferenz Stellung zum Consent Decree. CW-Redakteur Jan-Bernd Meyer stellte einige Antworten zusammen.

Frage: Sie wurden als grosser Gewinner des nun abgeschlossenen Consent Decree bezeichnet.

Gates: Ich wuerde solch eine Sprache niemals waehlen. Wir haben die Untersuchungen sehr ernst genommen und nun ein Abkommen geschlossen.

Frage: Wieviel Zeit Ihres Lebens haben Sie fuer die jahrelangen Untersuchungen aufgewendet?

Gates: Wenn Sie Bill (Neukom, d. Red.) fragen, bekommen Sie garantiert eine andere Antwort. In meinem Fall muss ich sagen, sehr wenig Zeit. Das war keine Angelegenheit, auf die ich mich besonders konzentriert habe.

Frage: Inwieweit war denn die Clinton-Administration in das Verfahren involviert?

Neukom: Dazu kann ich keine einigermassen zuverlaessige Antwort geben. Die Untersuchungen begannen im Juni 1990. Bis heute ist uns nicht klar, warum die FTC (Federal Trade Commission, Anm. d. Red.) sie seinerzeit einleitete. Urspruenglich schien deren Beamte eine Presseerklaerung neugierig gemacht zu haben, die wir im Herbst 1989 gemeinsam mit der IBM veroeffentlicht hatten (Seinerzeit gab Gates - fuer die gesamte Branche und vor allem fuer viele ISVs voellig ueberraschend - bekannt, dass sich Microsoft entgegen vorherigen anderslautenden Bekenntnissen ab sofort nicht mehr auf OS/2, sondern auf Windows konzentrieren werde, d. Red.). Im Herbst 1993 hat dann das Justizministerium das Verfahren von der FTC uebernommen - aus Gruenden, die uns ebenfalls nicht so ganz klar sind.

Frage: Die Behoerden haben das Recht, das Geschaeftsgebaren von Microsoft in den kommenden Jahren zu ueberpruefen. Wie beurteilen Sie denn die Ueberwachung, der Sie nun sechseinhalb Jahre durch das US-Justizministerium ausgesetzt sein werden?

Neukom: Also, wissen Sie, im Gegensatz zu Ihnen, betrachte ich das nicht als Ueberwachung wie bei Raeubern und Gendarmen. Das Justizministerium wird einfach ab und zu darauf sehen, dass wir den Geist der getroffenen Vereinbarung so erfuellen, wie wir uns das ohnehin vorgenommen haben.

Frage: Welche Uebergangsregelung gibt es fuer die bislang abgeschlossenen Pro-Prozessor-Abmachungen?

Neukom: Nach dem Wortlaut des Consent Decree mit dem Justizministerium und des Undertaking mit Bruessel hat jeder Lizenznehmer von Pro-Prozessor-Vereinbarungen das Recht, diese uns gegenueber fuer beendet zu erklaeren. Dies gilt auch fuer Teilbereiche von Abmachungen, bei denen ein Hersteller glaubt, sie verstiessen gegen den Consent Decree.

Frage: Welche Auswirkungen wird der Consent Decree auf Microsofts Betriebssystem-Verkaeufe haben, und welche Chancen raeumen Sie jetzt Konkurrenzprodukten wie etwa OS/2 ein?

Gates: Die Menge von Windows-Auslieferungen haengt ausschliesslich von der Nachfrage der Benutzer ab und nicht von den Lizenzierungsbedingungen, wie wir sie im Consent Decree festgelegt haben. Bei OS/2 werden die Verkaufszahlen zurueckgehen - aber da bin ich natuerlich voreingenommen.

Frage: Wie wird sich der Consent Decree finanziell auswirken? Welche Verluste erwarten Sie?

Gates: Wir haben unsere internen Schaetzungen bezueglich der Verkaeufe von Windows, DOS und folgender Produkte nicht veraendert.