Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Nichts ist mehr so, wie es war

15.05.1992

Was die Anwender "dummer" 3270-Terminals - und nicht nur die - triumphieren läßt, sind die vielerorts beschworenen neuen Machtverhältnisse in der unternehmensweiten DV. Die Gralsritter zentraler Datenhaltung - allen voran die IBM und DEC - versuchen verzweifelt unter dem Deckmantel scheinbar offener "Rightsizing"-Lösungen, ihre Großrechner-Klientel bei der (propritären) Stange zu halten. Die Nachfrage - sprich: der Anwender - bestimmt mehr und mehr das Angebot, und das ist auch gut so.

Trotz aller Jubelfeste - geht es an die Zementierung neu verteilter Kompetenzen, kehrt sehr schnell Katerstimmung ein. Client-Server-Computing, Multivendor-Plattform, verteilte Datenbanken, Multiprocessing, Cluster-Systeme und Unix sind heute die Schlüsselbegriffe eines modernen Networking-Szenarios, das derzeit allerdings - der Vergleich sei gestattet - auch ein bißchen an die politischen Umwälzungen in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion erinnert. In beiden Fällen gilt: Der Weg war das Ziel, sprich: die Abschaffung alter Strukturen.

Während sich nun aber die neuen Machthaber (Anbieter von PCs und Workstations) in einem mörderischen Preiskampf und immer kürzeren Innovationszyklen gegenseitig am Zeug flicken, halten sich die ersehnten Hoffnungsträger (Entwickler von TCP/IP-, OSI-, IPX- und CMIP-Lösungen) bedeckt und lassen die Anwender mit ihrer neu gewonnenen Freiheit im Regen stehen. Die alte (Mainframe-) Elite hingegen denkt nicht daran, abzutreten. Allenfalls ist man hinter den Kulissen verschwunden und lockt nun etwas verbrämt mit ungewohnten Schalmeienklängen - APPN und Advantage Networks lassen grüßen.

Wer jedoch - bei Applikationen, wo es Sinn macht - nicht auf den Host verzichten kann oder will (Stichwort:Investitionsschutz), bleibt in seiner proprietären Umgebung gefangen.

Dies zumindesten solange, wie von wirklich offenen Standards nur geredet, nicht aber entsprechend produziert wird. Wenn frustierte Anwender zunehmend beginnen, ihre Netze samt Management auszulagern, könnte dies durchaus die Renaissance alter (Rechenzentren)-zeiten einleiten. Nichts ist also mehr so, wie es war - aber ungewisser den je.