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Universalcomputer werden Altersgrenze nicht so bald erreichen:


16.04.1982 - 

Nichts Neues auf dem Großrechnermarkt

NEWTON, Mass. (cw) - Die überraschendste Nachricht vom Markt der großen Universalrechner ist, daß es nichts Neues gibt. Zumindest nichts, stellte die International Data Corporation (IDC) fest, was eine nachhaltige Auswirkung auf die Anwender oder die Wirtschaft Im allgemeinen haben könnte.

Auf dem 15. Information Industry Briefing der ICD, das Ende Februar in Newton, Mass., stattgefunden hat, bemerkte Harold Henry, Direktor für Produktmarketing des Marktforschungsunternehmens, daß trotz einer ganzer Reihe von Produktankündigungen im vergangenen Jahr, die Branche "keineswegs so turbulent" ist, wie es früher der Fall war. "Wohl gibt es mehr Computerhersteller, mehr Marktsektoren und auch einige neue technologische Konzepte, aber die Zentraleinheiten - die Maschinenriesen des Informationsverarbeitungsimperiums - verlieren rasch ihren Glanz."

Der Großrechnermarkt altert sichtlich und hat bereits eine "Edelreife" erreicht. Dieses ist nun ein Phänomen, mit dem man bei der insgesamt verhältnismäßig jugendlichen Branche noch gar nichts zu tun gehabt hat. Trotz dieser Reife und der stürmischen Expansion der Mikro- und Minicomputer-, der Personal-Computer- und Bürocomputermärkte ist aber nicht damit zu rechnen, daß die Großrechner bald ihre Altersgrenze erreicht haben werden.

Ohne Zweifel gehen der Auftragseingang und die Auslieferungen bei den Großrechnern zurück. Noch 1975 machten die Großrechner 18 Prozent der weltweiten Gesamtlieferungen aus, aber fünf Jahre danach betrug ihr Anteil, nur noch 3,4 Prozent. Im Jahr 1985 wird er auf nur wenig, mehr als ein Prozent der auf 2,4 Millionen geschätzten Zahl gelieferter Systeme gesunken sein. Dem Wert nach dürften das aber immer noch 40 Prozent des vorausgesagten Gesamtbetrags sein, meinte Henry.

Als anerkannter Marktführer bei den Lieferungen und Installationen großer Universalrechner verliert die IBM laut Henry langsam an Boden gegenüber den nichtkompatiblen und steckerkompatiblen Mitbewerbern. Noch 1976 stammten von der IBM etwa 66 Prozent der weltweiten Gesamtlieferungen großer Universalrechner. Aber schon 1981 waren die Lieferungen des Marktführers, wie Henry feststellte, auf 60,6 Prozent der weltweiten Gesamtlieferungen mit einem Wert von 17,8 Milliarden Dollar gesunken.

Großrechner scheinen zwar in einem Tief zu sein, doch sind sie mit Sicherheit noch lange nicht am Ende, meinte Henry weiter. Gegenwärtig stehen zwar Personal Computer, Tischrechner und kleine Bürosysteme im Vordergrund des Interesses vor allem im Hinblick auf ihre wichtige Rolle in der Büroautomatisierung - doch sind die Großrechner in der Informationsverarbeitung als ganzes immer noch von entscheidender Bedeutung.

In den Vereinigten Staaten verfügen die im Fortune Directory aufgeführten 500 größten Industrieunternehmen IDC zufolge noch über 10000 bis 12000 Rechnerzentren mit installierten Universalrechnern. Da die meisten Kleinsysteme zum Anschluß an Großrechner eingerichtet sind, bleiben die Rechenzentren eine signifikante Basis und werden wahrscheinlich zu einem nicht geringen Teil die Kontrolle über die Netzwerke behalten, die für die Büroautomatisierung erforderlich sind.

"Der Obsoleszenzfaktor"

Natürlich spielt der "Obsoleszenzfaktor" nach wie vor eine Rolle. Unter dem Druck der eskalierenden Wartungs- und Supportkosten bei den älteren Systemen werden in diesem Jahr viele Anwender betagte Universalrechner durch moderne Systeme ersetzen wollen. Allerdings werden - zumindest in den Vereinigten Staaten - viele Anwender ihre Systeme und Ausrüstungen kaufen, anstatt sie vom Hersteller oder von Leasingfirmen zu mieten.

Im letzten Jahr beschafften in den Vereinigten Staaten ungefähr die Hälfte der Anwender ihre Maschinen durch Kaufvertrag, 20 Prozent wurden vom Hersteller gemietet und 32 Prozent von einem Leasingunternehmen. Vor fünf Jahren wurden etwa 40 Prozent gekauft, während 60 Prozent vom Hersteller oder einer Leasingfirma gemietet wurden.

Die Gründe, warum die Anwender heute mehr zum Kauf neigen, sind auf die hohen Zinsen und Leasinggebühren zurückzuführen. In den Vereinigten Staaten wirken sich natürlich auch Vorkommnisse aus, die das Vertrauen der Anwender in das Leasinggeschäft erschüttern (beispielsweise die Affäre mit der O.P.M. Leasing Service Inc.).

* Tim Scannell gehört zum COMPUTERWORLD Staff.

Übersetzt aus COMPUTERWORLD vom 8. März von Hans J. Hoelzgen, Böblingen