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06.08.1999 - 

Lizenzeinnahmen um 59 Prozent gefallen

Niederländische Softwareschmiede Baan schreibt weiterhin rote Zahlen

MÜNCHEN (CW) - Im zweiten Quartal (Ende Juni) des laufenden Geschäftsjahrs verzeichnete Baan mit einem Minus in Höhe von 9,19 Millionen Dollar den vierten Quartalsverlust in Folge. Dramatisch ist der Rückgang im Lizenzgeschäft.

Das Ergebnis erfüllt dennoch die Erwartungen der Analysten, die einen Verlust von 3,6 bis 11,2 Millionen Dollar vorausgesagt hatten. Entsprechend schwach rutschte auch der Aktienkurs ab, der zur Zeit bei rund 12,50 Dollar liegt. Das Konsortium von Kreditgebern unter der Führung der ABN Amro Bank zeigte sich anscheinend zufrieden. Sie gewährten den Niederländern bereits einen Tag vor Bekanntgabe der Zahlen eine neue Kreditlinie in Höhe von 75 Millionen Dollar.

Der Gesamtumsatz von Baan fiel von 230 Millionen Dollar in der Vorjahresperiode um rund 25 Prozent auf 172 Millionen. Hauptursache für diesen Einbruch ist die magere Ausbeute bei den Produktverkäufen. Konnten im zweiten Quartal 1998 noch für 131 Millionen Dollar Lösungen an den Mann gebracht werden, lag dieser Wert heuer nur noch bei 54 Millionen Dollar. Einen ähnlich starken Rückgang der Lizenzeinnahmen gab vor kurzem Baans Konkurrent Peoplesoft bekannt, während Erzrivale SAP noch ein schwaches Wachstum von vier Prozent in diesem Zeitraum verzeichnen konnte.

Geringe Cash-Reserven, schlechtes Image

Als "ungewiß" bewertet Heinz Steffen, Senior-Analyst der Commerzbank AG in Frankfurt, Baans Zukunft. Im Vergleich zu den Konkurrenten hätten die Niederländer geringere Cash-Reserven und vor allem ein deutlich schlechteres Image - gerade hierzulande. Weniger dramatisch bewertet Gerhard Hummel, Berater von IT Consulting Hummel & Partner, die Situation: "Baan hat seine Hausaufgaben gemacht." Der Service sei deutlich besser geworden, was vor allem den Bestandskunden zugute käme. Auch sei die Softwareschmiede mit den "Baan Frontoffice"-Produkten für Vertrieb, Marketing und Service gut gerüstet. Schwachpunkt in Deutschland sei allerdings der Vertrieb und das Marketing. Sie versäumten es, die Produkte entsprechend zu plazieren, um das Neugeschäft anzukurbeln: "Ohne Einnahmen aus dem lukrativen Lizenzgeschäft, sind die Kosten für Forschung und Entwicklung nicht zu tragen", sagt Hummel.

Eine Ankündigung machte Baan mittlerweile in den USA. Im Oktober soll eine vollintegrierte Produktsuite für das Supply-Chain-Management (SCM) verfügbar sein. Dazu seien die zugekauften Produkte der Unternehmen Caps Logistics (Lager) und Berclain (Optimierung) mit den Baan-Produkten gekoppelt worden. Gleichzeitig sollen die Front-office-Lösungen auf spezifische Branchenbedürfnisse ausgerichtet werden. Dazu möchte Baan in den nächsten Monaten zehn Systemhäuser als Partner gewinnen.