Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

11.02.2000 - 

Studenten wählen per Chipkarte - Beamte unterschreiben digital

Niedersachsen macht Ernst mit dem Einsatz elektronischer Signaturen

MÜNCHEN (CW) - Die elektronische Unterschrift setzt zur Eroberung des öffentlichen Lebens an. Das Bundesland Niedersachsen hat bereits 6400 Landesbedienstete mit einer digitalen Signatur ausgestattet, und an der Universität Osnabrück wählten in der vergangenen Woche Studenten mit der Chipkarte ihr Hochschulparlament.

Mit der Einführung der digitalen Signatur nehme Niedersachsen weltweit eine Vorreiterrolle in der technischen Modernisierung von Regierungs- und Verwaltungsarbeit ein, so Finanzminister Heinrich Aller. Der elektronische Weg von Transaktionen verkürze die Bearbeitungszeit von Vorgängen, die bislang zehn Tage benötigten, auf ein bis zwei Tage. Grundlage für das Projekt ist ein Dienstleistungsvertrag mit der Deutschen Telekom. Deren Trust-Center stattet die niedersächsischen Beamten und Angestellten mit Chipkarten aus, auf denen der geheime Schlüssel des Anwenders gespeichert ist, und verwaltet die dazugehörigen öffentlichen Schlüssel.

In Niedersachsen sei die digitale Signatur schon jetzt eine Erfolgsgeschichte, freut sich der Finanzminister: "Wir haben bewiesen, dass Politik und Verwaltung Schrittmacher für den technologischen Strukturwandel sein können." Aller selbst leistete die erste elektronische Ministerunterschrift in Deutschland bei der Unterzeichnung des Vertrags mit der Telekom. Bis zum Jahr 2001 sollen rund 12000 Bedienstete des Bundeslandes an 700 Standorten das Verfahren nutzen.

Unabhängig von der Einführung elektronischer Unterschriften im Landesdienst haben die Studenten der Universität Osnabrück am 2. und 3. Februar unter Verwendung digitaler Signaturen die jährlichen Hochschulwahlen abgehalten. Die Projektgruppe Internet-Wahlen unter Leitung des Soziologieprofessors Dieter Otten hat die Abstimmung zwei Jahre lang vorbereitet und dafür eine Software entwickelt. Jeder Student, der am PC wählen wollte, musste zuvor eine Chipkarte für die elektronische Unterschrift beantragen. Das hatten bis zum Meldeschluss 423 Interessenten getan. Sie wurden dann kostenlos mit Karte und Lesegerät versorgt. Die Software "I-Vote" der Arbeitsgruppe sorgte dafür, dass die Stimmabgabe anonym verlief und dass jeder Teilnehmer nur einmal wählte. Die Veranstalter sprechen von einer Weltpremiere, da noch nie bei einer Wahl neben dem traditionellen Urnengang die Voten mit voller Rechtsgültigkeit auch über das Internet abgegeben werden konnten. Zum Verlauf der Abstimmung selbst liegt noch keine Stellungnahme vor.