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20.10.2006

Niedrige Löhne sind nicht alles

20.10.2006
Von Torsten Eisert und Nick Michaelsen 
Das Nearshore-Land Spanien punktet mit qualifizierten Mitarbeitern und einer stabilen Konjunktur.
In Spanien finden IT-Dienstleister qualifizierte Fachkräfte, die ihre Kunden in mehreren Sprachen bedienen können.
In Spanien finden IT-Dienstleister qualifizierte Fachkräfte, die ihre Kunden in mehreren Sprachen bedienen können.

Das Auslagern von IT-Dienstleistungen hat nichts von seiner ursprünglichen Attraktivität verloren. Im Gegenteil: Die Zahl der mittels Outsourcing umgesetzten IT-Projekte ist in den letzten Jahren weltweit kräftig gestiegen. Die Anwenderunternehmen versprechen sich davon Kostensenkungen durch Synergieeffekte beim IT-Dienstleister, Flexibilität durch die Umwandlung von fixen in variable Kosten sowie effizientere Strukturen und Prozesse aufgrund der langjährigen Erfahrungen der spezialisierten Anbieter.

Hier lesen Sie …

• welche Nearshore-Services die GFT Technologies für ihre Kunden erbringt;

• welche Vorteile das Auslagern nach Spanien bietet;

• warum der IT-Dienstleister einen zusätzlichen Nearshore-Standort in Ungarn eröffnet hat.

Was Nearshore-Kunden beachten sollten

• Fixieren Sie sich nicht nur auf Einsparungen, Nearshoring bringt auch andere Vorteile.

• Wählen Sie Ihren Partner nach Branchen-Know-how, Erfahrung und Methoden aus.

• Bereiten Sie den Outsourcing-Vertrag gut vor und achten Sie dabei auf den internationalen Kontext.

• Achten Sie auf eine ausgewogene Aufgabenverteilung vor Ort beim Kunden und am Nearshore-Standort.

• Definieren Sie klare Meilensteine.

• Sorgen Sie für transparente Prozesse, sie sind das Fundament des Vertrauens.

Spanien: Vorteile für Finanzdienstleister

• Wachsende Marktkapitalisierung der Banken;

• konzentrierter Wettbewerb durch Konsolidierung;

• Wachstum durch Produkte für Einwanderer;

• hoher Automatisierungsgrad in den Filialen;

• qualifizierte und erfahrene Bankfachleute.

Immer mehr Kunden wählen dabei Outsourcing-Standorte in Niedriglohnländern. Für nordamerikanische und englische Kunden ist Indien aufgrund der verbreiteten Englischkenntnisse und der gut ausgebildeten Fachkräfte meist die erste Wahl. Das so genannte Offshoring birgt jedoch zahlreiche Herausforderungen. Vor allem nicht sprachlich bedingte Verständigungsschwierigkeiten und Koordinationsprobleme erschweren die Zusammenarbeit. Hintergrund sind die kulturellen Differenzen sowie die aufwändige Kommunikation zwischen Kunden und Projektteam: Als Ansprechpartner des Kunden kommuniziert ein Mitarbeiter des IT-Dienstleisters vor Ort mit dem Kunden sowie zusätzlich über Distanz mit dem Projekt-Manager am Offshore-Standort. Dieser koordiniert letztendlich das eigentliche Projektteam.

Kulturelle Nähe

Kontinentaleuropäische Unternehmen hingegen können von keiner gemeinsamen Sprache (Englisch) profitieren. Auch im Hinblick auf die geografische und kulturelle Nähe bietet sich für sie die Nearshoring-Variante in Süd- und Osteuropa an. Der entscheidende Vorteil: Meist ist nur ein internationaler Projekt-Manager im Einsatz, der zwischen Kunden- und Nearshore-Standort hin- und herpendelt und direkt mit dem Projektteam kommuniziert. Der "flying project manager" sorgt auf diese Weise für eine effektive Kommunikation, mehr Transparenz, kürzere Projektlaufzeiten und weniger Mehraufwand. Unterm Strich ermöglicht das Auslagern in Nachbarländer den Anwendern einen hohen Grad an Flexibilität, individuelle Betreuung und günstige Kostenstrukturen.

Auch die GFT-Gruppe hat die Vorzüge des Nearshoring für ihre Kunden entdeckt: Der IT-Dienstleister bietet europäischen Unternehmen - vorrangig Finanzdienstleistern und Firmen aus dem Post- und Logisitiksektor - schon seit geraumer Zeit IT-Services aus Spanien an. Das Nearshore-Portfolio reicht von der Beratung zu Geschäftsprozessen und IT-Architekturen über die Projektplanung und -umsetzung bis hin zu Betrieb, Wartung und Weiterentwicklung von Anwendungen (Application Management).

Dabei übernimmt GFT unter anderem die Transaktionsplattform des Kunden und arbeitet daran, die Performance und Stabilität zu verbessern und die Prozesse über die gesamte IT-Organisation hinweg zu optimieren. Speziell bei Anwendungen im Bankenumfeld ist dieser Aufwand nicht zu unterschätzen, meint Ulrich Dietz, Vorstandsvorsitzender der GFT Technologies AG: "Im Finanzbereich entfallen rund 60 Prozent der gesamten Service- und Softwareausgaben eines Unternehmens allein auf die Wartung der Applikationen."

Spanien lockt IT-Experten

Durch Festpreisangebote wird die Übernahme von unternehmerischer Mitverantwortung demonstriert. Alle Projektprozesse in Bezug auf Planung, Management und Reporting sind nach dem international verbreiteten CMMI-Modell (Capability Maturity Model Integration) zertifiziert. Das Kunden- und Projekt-Management erfolgt von Deutschland aus.

Spanien gilt zwar nicht als klassisches Nearshore-Land und kann auch nur mit geringfügig niedrigeren Löhnen aufwarten. Das Land bietet aber handfeste Outsourcing-Vorteile - vor allem was die Qualifikation der Arbeitskräfte betrifft. Das angenehme Klima sowie attraktive Standorte wie Barcelona und Madrid locken nicht nur viele Touristen, sondern auch zahlreiche IT-Experten und Führungskräfte zum Leben und Arbeiten an. So beschäftigt GFT an den Standorten Madrid, Barcelona, Valencia und Zaragoza insgesamt 675 Angestellte aus zwölf Nationen, die die Kunden in ihrer jeweiligen Landessprache bedienen können und im Schnitt 7,4 Jahre Berufserfahrung im IT-Bereich mitbringen.

Neben der hohen Lebensqualität besitzt Spanien zudem eine extrem stabile Konjunktur. Wie kaum in einem anderen europäischen Land konnte die Wirtschaft von der Finanzmarktliberalisierung und dem sinkenden Zinsniveau im Zuge der Währungsunion profitieren: In den vergangenen Jahren ist das spanische Bruttoinlandsprodukt um durchschnittlich 3,3 Prozent gewachsen. Im gesamten Euroraum lag die Expansionsrate im gleichen Zeitraum lediglich bei 1,3 Prozent. Hinzu kommt der unkomplizierte Austausch zwischen den IT-Experten der GFT und den Kunden in Mittel- und Nordeuropa. Angesichts der geografischen Nähe und gleichen Zeitzone sind virtuelle und persönliche Abstimmungstermine vor Ort kurzfristig kein Problem.

Attraktiv ist Spanien als Nearshore-Standort insbesondere für IT-Projekte im Finanzdienstleistungsbereich, da das Land über einen soliden lokalen Bankenmarkt verfügt. Dies manifestiert sich in einer starken Entwicklung der Marktkapitalisierung spanischer Banken sowie in einer bereits fortgeschrittenen Marktkonsolidierung. Produkte für Einwanderer - speziell aus Südamerika und Nordeuropa - treiben das Wachstum der Branche weiter voran. Zudem führt der im EU-Vergleich höhere Automatisierungsgrad in den Filialen zu steigender Effizienz.

Auch in Budapest ist GFT seit kurzem mit einem Nearshore-Standort präsent. Ungarn verfügt über eine Vielzahl von hochqualifizierten und erfahrenen IT-Spezialisten, die darüber hinaus ein breites Branchen-Know-how mitbringen. Zudem sind die Löhne und Gehälter nach wie vor deutlich niedriger als in Deutschland. Der Fall des eisernen Vorhangs und die EU-Osterweiterung haben eine Aufbruchsstimmung im Land ausgelöst, die mit einer verstärkten wirtschaftlichen Orientierung an den westlichen Industrieländern einhergeht.

Dank der vielfältigen Beziehungen zu seinen Nachbarstaaten dient Ungarn zudem als Brücke zu neuen Wachstumsmärkten. Da der Markt für Finanzdienstleistungen und die entsprechenden Techniken in den osteuropäischen und vorderasiatischen Ländern noch nicht sehr weit entwickelt sind, bieten diese Regionen ein enormes Geschäftspotenzial, das GFT mit seinem Standort in Ungarn nutzen will.

Starke Nachfrage durch Banken

Nearshoring wird in Europa weiter an Bedeutung gewinnen. Den Marktforschern von Forrester Research zufolge werden die europäischen Anwenderunternehmen für IT-Services und Outsourcing in diesem Jahr 98 Milliarden Euro ausgeben. Besonders investitionsfreudig sind die Finanzdienstleister mit 35 Prozent der Gesamtausgaben. Angesichts der wachsenden Zahl an Fusionen und Übernahmen in dieser Branche gewinnen Themen wie Rationalisierung, Konsolidierung und Standardisierung der IT weiter an Bedeutung. Immer mehr Finanzdienstleister werden daher Nearshoring-Optionen nutzen, um diese Vorhaben umzusetzen. (sp)