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19.10.1977 - 

Ungarns Videoton sucht Westanschluß:

Niedrigpreise dienen als Imageersatz

BUDAPEST - Seit 1969 läuft ein ungarisches DV-Unternehmen dem westlichen Computer-Know-how hinterher. Inzwischen hat es das Unternehmen geschafft, teilweise Anschluß an westliches DV-Niveau zu finden: Videoton. Initiiert durch ein Regierungsprogramm und gestützt auf ausländisches Fachwissen, begannen Ungarns Renommier-Elektroniker in Budapest und Székéstehervßr (Stuhlweißenburg) 1969 mit der Entwicklung von Bildschirm-Terminals, Kleincomputern und Peripheriegeräten. In diesem Jahr präsentierten die Ungarn ihre Produkte erstmals in westlichen Ländern: Auf der "Ifabo" in Wien und auf der Hannover Messe. Vom 17. bis 21. 10. zeigt das Unternehmen auf der Systems in München unter anderem vier Terminalsysteme, deren Preis-Leistungs-Verhältnisse Vergleiche mit entsprechenden Produkten westlicher Anbieter nicht zu scheuen brauchen. Technisch zu ausländischen Konkurrenzprodukten ebenbürtig, werden die ungarischen Datensichtstationen zu relativ niedrigen Preisen angeboten. Grund: "Unseren geringen Bekanntheitsgrad müssen wir wohl oder übel durch attraktive Preise ausgleichen", argumentiert Marketing-Direktor Dr. Csaba Barath. Videoton besteht im Prinzip aus I zwei funktionell unterschiedlichen Unternehmensteilen: Aus der Vertriebsgruppe Videoton Außenhandels AG in Budapest und den produzierenden Videoton-Werken in Stuhlweißenburg, rund 60 Kilometer südwestlich von Budapest.

Die 1969 gegründete Videoton Außenhandels AG ist Ungarns größter Exporteur elektronischer Produkte (Umsatz 1976: zirka 300 Millionen Mark). Sie wird künftig auch den Vertrieb der DV-Geräte (zunächst ausschließlich Terminal-Systeme) ins westliche Ausland übernehmen. Als westlich sehen die Ungarn vorerst nur die Bundesrepublik und Österreich an wo sie entsprechende Händlernetze einrichten wollen. Mehrheitsaktionär der Videoton Außenhandels AG sind die Stuhlweißenburger Videoton Werke, der mit 19 000 Mitarbeitern führende ungarische Hersteller von fernmeldetechnischen Geräten, Unterhaltungselektronikas sowie von Datenverarbeitungssystemen. Er rangiert unter den zehn größten Unternehmen des 10-Millionen-Einwohner-Staates.

Die DV-Systeme wurden erst 1971 in das Produktionsprogramm aufgenommen, machten 1976 aber bereits 43 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Von den Geräten blieben 1976 lediglich 20 Prozent im eigenen Land 80 Prozent wurden exportiert - überwiegend in RGW-Staaten. Mitentscheidend für den relativ flotten Ausbau der DV-Kapazitäten bei Videoton waren zweifellos die Kooperations- und Lizenzverträge mit westlichen Firmen, auf die auch in naher g Zukunft als Know-how-Lieferant nicht verzichtet werden soll. So besitzt Videoton beispielsweise eine Lizenz für Zeilendrucker von Dataproducts (die in eigenen Labors weiterentwickelt und mit zusätzlichen Optionen versehen werden); von der französischen Firma CII stammt das Konzept für die modulare Kleinrechnerfamilie 1010; darüber hinaus bestehen Abkommen mit Siemens und Datasaab.

Die neuen Bildschirmterminals. von denen sich die Budapester den größten Exporterfolg versprechen, wurden in den heimischen Labors entwickelt. Die Magyaren bieten hierbei unter anderem das Banken-Terminal-System VT 70 mit bis zu sechs Arbeitsplätzen pro Zentraleinheit an, dann das Terminalsystem VTS 56 100, das zu IBM-, Siemens-, ICL- und DEC-Rechnern kompatibel ist, und haben auch eine interaktive "Data Display Station" im a Programm.