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01.06.1979 - 

Drucktechnik:

NIP und NADEL

Ist das gerade gedruckte Zeichen lesbar? Wie sieht es mit dem Vorwärts- und Rückwärtsdrucken aus? Welche Matrix wird für die Zeichendarstellung verwendet? Ist der Formularschub programmierbar? Wie viele Durchschläge sind möglich? Wer den für seine Anwendung passenden Drucker sucht, sollte sich diese Fragen vom Anbieter beantworten lassen. Entscheidungshilfe kann überdies der "CC Terminal Report" sein, der von der Computer Consulting (Liederbach/Taunus) halbjährlich herausgegeben wird (siehe auch "Marktübersicht KSR-Drucker" auf den Mittelseiten dieser Ausgabe). Welche Druckerarten es gibt, welche wesentlichen Merkmale bei Druckenden Terminals zu beachten sind und wie die Datenübertragung von und zum Zentralrechner erfolgt - all dies beschreibt der "CC Terminal Report" in einem Vorwort zum Drucker-Kapitel.

Auszug:

Definition:

Ein Druckendes Terminal ist ein Drucker, der über ein Datenfernverarbeitungs-Interface mit einem entfernt stehenden Computer verbunden ist. Der Drucker kann dabei sowohl mit Eingabetastatur (Keyboard-Send-Receive = KSR-Terminal) als auch ohne Tastatur (Receive-Only = RO-Terminal) ausgestattet sein. Vom Druckprinzip her handelt es sich fast immer um Serialdrucker.

Druckerarten

Die in der Praxis eingesetzten Terminal-Drucker sind hauptsächlich serieller Art. Hierbei werden die Zeichen einer Zeile nicht gleichzeitig (wie bei Paralleldruckern mit der Walze oder Druckkette), sondern Zeichen für Zeichen seriell gedruckt. Je nach Druckprinzip werden die Drucker in zwei Hauptgruppen unterteilt:

- Drucker mit Anschlagmechanik (Impact-Printer)

- Drucker ohne Anschlagmechanik (Non-Impact-Printer)

Eine weitere Unterteilung läßt sich nach der Drucktechnik vornehmen: Matrix-Drucker, Prägedrucker (Typenhebel), Zeilen-Drucker, Ink-Jet-Drucker Thermo-Drucker, Kugelkopf-Drucker etc.

Drucker mit Anschlagmechanik (Impact)

Die Drucker sind mit einem mechanischen Druckwerk ausgestattet. Die Zeichen werden durch Anschlag eines Hammers" auf ein Drucksymbol abgedruckt oder durch Initialisieren einer Nadelmatrix.

Beim Matrixdrucker wird der Druckkopf am Papier vorbeigeführt und durch Initialisierung einzelner Matrixnadeln ein Zeichen gebildet. Je nach Anzahl der, vorhandenen Nadeln im Druckkopf spricht man von einer 5 x 7, 7 x 9 etc. - Matrix. Mit Typenhebel und Kugelkopfdruckwerk kann nur eine Druckgeschwindigkeit bis etwa 30 Z/s erreicht werden. Für höhere Druckleistungen werden Matrixdrucker eingesetzt, die eine Druckleistung bis zu 660 Z/s (4-Kopf-Matrixdrucker) ermöglichen.

Typische Merkmale von seriellen Impact-Druckern sind: kein Spezialpapier erforderlich, mehrere Durchschläge möglich, hohe Druckqualität, Störanfälligkeit wegen Mechanik, deutliches Druckgeräusch.

Drucker ohne Anschlagmechanik (Non-Impact)

Bei Non-Impact-Printern (NIP) können die Zeilen auf verschiedenste Art erzeugt werden. Am meisten verbreitet sind:

- Thermodrucker

- Elektrostatische Drucker

- Ink-Jet-Drucker

- Laser-Drucker

Typische Merkmale von Non-Impact-Druckern sind: hohe Betriebssicherheit, geringes Druckgeräusch, meist Spezialpapier erforderlich, keine Durchschläge möglich, mäßige Druckqualität, hohe Druckgeschwindigkeit teilweise möglich.

Thermodrucker

Ein Matrix-Druckkopf wird an spezialbeschichtetem Papier vorbeigeführt. Durch kurzzeitiges Erwärmen und Initialisieren einzelner Matrixpunkte wird das Schriftzeichen in das Papier eingebrannt. Durchschläge sind nicht möglich.

Elektrostatische Drucker

Elektrostatische Aufladung des zu bedruckenden spezialbeschichteten Papiers an den Stellen, an denen es sich zur Bildung von Zeichen schwärzen soll. Durchschläge sind nicht möglich.

Ink-Jet-Drucker

Die Zeichen werden durch kleine Tintenpartikel erzeugt, die elektronisch über Düsen auf das Druckpapier aufgesprüht werden.

Laser-Drucker

Die Zeichen werden über einen Zeichengenerator durch einen Laserstrahl erzeugt. Elektrostatisch wird eine Walze aufgeladen, Farbpulver aufgebracht und auf Blanko-Tabellierpapier eingeschmolzen.

Gerätearten

Druckende Terminals sind in drei Basis-Versionen erhältlich:

-Drucker ohne Tastatur (Receive-Only oder RO-Terminal)

-Drucker mit Tastatur (Keyboard Send-Receive- oder KSR-Terminal)

-Drucker mit Tastatur und Lochstreifenleser und -Stanzer - (oder MB-Kassette)

(Automatic-Send-Receive- oder ASR-Terminal)

Häufig können auch weitere periphere Geräte angeschlossen werden wie Magnetbandkassetten, Disketten etc.

Druckende Terminals gibt es mitunter auch in programmierfähigen Versionen. Solche Terminals beinhalten die Möglichkeit, kundenindividuelle Anwendungsprogramme zu erstellen.

Geräteart

Es ist zu unterscheiden nach

RO = Receive-Only; das heißt Drucker nur Empfangsstation

KSR = Keyboard-Send-Receive; das heißt Drucker mit Tastatur

ASR = Automatic-Send-Receive; das heißt Drucker mit Tastatur und LS-Leser/Stanzer oder MB-Kassette.

Übertragungspuffer

Speicherbereich im Terminal, der die, zu übertragende oder empfangende Information zwischenspeichert. Asynchrone Terminals sind im allgemeinen ungepuffert, während bei synchronen Terminals immer ein Puffer zur Zwischenspeicherung des Nachrichtenblocks vorhanden sein muß.

Angaben über Größe und Verwendungsart (nur senden, nur empfangen, beides).

Kompatibilität

Terminals können häufig alternativ sowohl vom Hersteller des Zentralcomputers als auch von anderen Terminalherstellern bezogen werden. Die "Kompatibilität" gibt Aufschluß, zu welchen wichtigsten Terminals/Herstellern Kompatibilität im Hinblick auf Anschluß, Funktion und Übertragung besteht.

1. Systemkompatibilität

Angaben, bei welchem Hersteller und unter welcher Übertragungsprozedur das Terminal online anschließbar ist.

2. Steckerkompatibilität

Angaben, gegen welche Terminals welcher Hersteller das angebotene Terminal direkt ausgetauscht werden kann. Das bedeutet: Gerätefunktionen, Tastaturaufbau und Übergangsprozeduren sind mit dem auszutauschenden Terminal identisch oder enthalten zusätzliche Funktionen, die jedoch die Kompatibilität in keiner Weise beeinflussen.

Programmierung durch Anwender

Hinweis, ob Terminal durch den Anwender programmiert werden kann. Programmiersprache und Speicherkapazität für Anwenderprogramme.

Drucker-Charakteristik

a) Typ/Zeichendarstellung

Zum Einsatz kommen Typenhebel-, Kugelkopf-, Typerad-, Matrix-, Thermodrucker etc.

b) Druckleistung

In Zeichen pro Sekunde (Z/s) oder Zeilen pro Minute (Zl/M). Die typischen Werte liegen zwischen 30 und 200 Z/s. Manche Drucker können in beiden Richtungen, also vorwärts und rückwärts drucken.

c) Schreibstellen pro Zeile

Anzahl der pro Zeile druckbaren Zeichen (Z/Zl). Meist 80 oder 132 Z/Zl.

d) Schriftteilung

Horizontaler und vertikaler Zeichenabstand in Zeichen/Zoll beziehungsweise Zeilen/Zoll.

e) Zeichenvorrat

Größe des druckbaren Zeichenvorrats. Standardmäßig meist 64 Zeichen

(Großbuchstaben, Ziffern, Sonderzeichen). Eine Erweiterung um Kleinbuchstaben (96-Zeichen-Satz) ist häufig als Zusatzeinrichtung möglich.

f) Formularführung

Am häufigsten werden eingesetzt: Andruck-(Friktions-), Traktor-, Stachelradwalzenführung.

Vorschubsteuerung

Steuerung des Formularvorschubs; über Lochstreifen, Fotoscheibe etc.

g) Anzahl Durchschläge

Abhängig von Papiergewicht und Druckertyp. Bei Non-Impact-Druckern sind keine Durchschläge möglich.

h) Tabulation

Überspringen und direkte Ansteuerung von Druckpositionen. Bringt Zeitersparnis, da Tabulationsgeschwindigkeit rund zehnmal höher als Druckgeschwindigkeit .

Tastatur

a) Typ

Unterscheidung nach Schreibmaschinen-, Fernschreiber-, Datenerfassungs-Tastatur und Spezialtastatur.

b) Anzahl Tasten

Angegeben werden die Gesamt-Anzahl der Tasten, die Funktionstasten in () und - wenn vorhanden - die Anzahl der Programmfunktionstasten. Hinweis, ob integrierte oder separate Zehnertastatur vorhanden.

c) Zeichenwiederholung

Repetitionsfunktion für die zuletzt betätigte Taste. Das zuletzt eingetastete Zeichen wird bis zum Loslassen der Taste wiederholt.

Kennungsgeber

Software- oder Hardware-Einrichtung, um das Terminal vor unberechtigtem Zugriff zu schützen. Über einzugebende Paßworte prüft das Terminal die Berechtigung des Benutzers.

Anschluß

a) Anschluß an Zentraleinheit Direkt

Direktanschluß über eine im Terminal integrierte Steuereinheit an einen Anschluß des Zentralrechners.

Über Steuereinheit

Anschluß über vorgeschaltete Steuereinheit für mehrere Terminals (speziell bei Mehrfach-Stationen) oder Anschluß über Vorschaltrechner (Data Communication Processor) oder Multiline-Controller, wobei diese auch Konzentrator-Funktionen übernehmen können. Die Verbindung wird im allgemeinen mittels Modems über Fernmeldewege realisiert.

b) Anschluß-Art

Bei der Punkt-zu-Punkt-Verbindung ist jedes Terminal durch einen ständig verfügbaren Übertragungsweg mit der ZE verbunden. Dadurch hat es jederzeit und unabhängig von den anderen Terminals Zugriff zur ZE.

In einem Mehrpunkt-Netz dagegen sind mehrere Terminals über einen gemeinsamen Übertragungsweg mit der ZE verbunden. Zu einer bestimmten Zeit hat jeweils nur ein Terminal Zugriff zur ZE, alle anderen sind währenddessen gesperrt und müssen warten.

c) Schnittstelle

Als Schnittstelle (Interface) wird die Grenze zwischen Datenendeinrichtung (Terminal) und Datenübertragungseinrichtung (Modem, Datenfernschaltgerät) bezeichnet. Auf dem US-Markt wird als Standard-Schnittstelle RS-232 B oder C verwendet. Die RS-232 C entspricht der in Europa eingeführten CCITT-V24-Schnittstelle.

d) Maximale Entfernung zu Steuereinheit/Modem

Entfernung von Terminal zu Steuereinheit beziehungsweise Modem. Bei einer in der Fernschreibtechnik üblichen Schnittstelle (TTY) ist eine Entfernung bis zirka 20 km möglich. Bei einem Interface nach CCITT V24 oder V28 können Entfernungen bis zu 15 m überbrückt werden. Bei Spezial-Interface (Koaxialanschluß) können bis zu 1500 m überbrückt werden. Dies ist nur bei einigen Modellen möglich.

Datenübertragung

a) Nachrichtenformat

Darunter versteht man das Format der Übertragung. Die einfachsten Geräte sind nur in der Lage, zeichenweise zu senden (Teletype-Modus). Um eine effizientere Übertragung zu realisieren und gegebenenfalls noch Prüfungen des Nachrichtenblocks vornehmen zu können, ist eine blockweise Übertragung erforderlich.

b) Übertragung Übertragungsart

Im wesentlichen unterscheidet man nach synchroner (blockweiser) und asynchroner (zeichenweiser) Übertragung.

Übertragungspuffer

Speicherbereich im Terminal, der die zu übertragende und empfangende Information zwischenspeichert.

Übertragungs-Modus

Es sind drei Verfahren zu unterscheiden:

1. Simplex (sx) Übertragung der Daten nur in eine Richtung möglich

2. Halbduplex (hdx) Übertragung der Daten in beide Richtungen möglich. Bei Richtungswechsel der Übertragung muß umgeschaltet werden, was Umschaltzeiten und dadurch bedingte Zeitverluste mit sich bringt.

3. Vollduplex (dx) Übertragung der Daten gleichzeitig (parallel) in alle Richtungen möglich.

Übertragungscode

Als Übertragungscode kommen primär ASCII und EBCDIC zum Einsatz.

c) Übertragungsgeschwindigkeit

Übertragungsrate in bit pro Sekunde (bps oder Baud). Die Übertragungsrate ist unter anderem abhängig von der verwendeten Leitungsart, Telexnetz = 50 bps, Datexnetz bis 300 bps Fernsprechnetz bis 2400 bps, Standleitungen bis 48 000 bps.

d) Polling/Adressing

Sollen mehrere Terminals an eine Leitung angeschlossen werden (Mehrpunktverbindung), ist eine Übermittlung der Geräteadresse bei der Übertragung erforderlich (Adressing).

Die Terminals können bei dieser Art nicht übertragen, wenn der Benutzer die Sendetaste betätigt, sondern werden vom Computer her abgerufen (Polling), um ein Überschneiden von Nachrichten verschiedener Terminals zu vermeiden.

e) Fern-Ein-/Ausschaltung

Möglichkeit, das Terminal vom Zentralcomputer aus per DFÜ ein- und wieder auszuschalten. Zum Beispiel für automatischen Datenabruf während des billigen Nachttarifs.

f) Prozedur

Das Verfahren und die Regeln für die zeitliche Reihenfolge des Datenaustauschs mit dem Zentralrechner sind in der Prozedur (Übertragungsprozedur, Leitungssteuerung) fest vereinbart.

Die bekanntesten Prozeduren sind BSC (Binary Synchronous Communication), IBM 3270/2780/3780, MSV (Medium Speed Version) Siemens, Honeywell Bull VIP 7700, Univac Uniscope, TWX (Start/Stop-Prozedur). Angaben über vorhandene Standardprozeduren.

Zusatzeinrichtungen

Hier sind alle als Zusatzeinrichtungen verfügbaren Komponenten aufgelistet wie spezielle Tastaturen, Drucker oder Magnetbandkassetten-Einheiten .

Besonderheiten/Anmerkungen

Informationen über besondere Vorteile, Ausführungsmerkmale und Einsatzbereiche des Terminals.

Quelle: CC Terminal Report, Januar 1979, Computer Consulting, Fasanenweg 30, 6237 Liederbach/Taunus