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09.10.1998 - 

Asienkrise II: Nur Japans Softwaremarkt zeigt sich unbeeindruckt

Nippons IT-Branche verfährt nach dem Prinzip Hoffnung

Der inländische japanische PC-Markt, der seit 1993 jeweils hohe zweistellige Wachstumsraten verbuchen konnte, schrumpfte im Fiskaljahr 1997 (Ende: 31. März 1998) gegenüber dem Vorjahr nach Angaben der Japan Electronic Industry Development Association (Jeida) um rund fünf Prozent auf 6,85 Millionen verkaufte Einheiten. IDC kommt für das Kalenderjahr 1997 aufgrund eigener Erhebungen auf einen Rückgang der Auslieferungen um 2,1 Prozent auf 7,93 Millionen PCs; allerdings ist in dieser Zahl auch die Exportquote von schätzungsweise knapp 25 Prozent enthalten.

Was steckt jedoch hinter diesen Zahlen? Japans Verbraucher schieben gegenwärtig größere Anschaffungen aufgrund der unsicheren Wirtschaftslage auf die lange Bank; Unternehmen im Bezug auf IT-Investitionen dito. Letzteres gilt natürlich nicht nur für den PC-Markt. Dort vor allem aber hofft die einschlägige Branche nach der Einführung der japanischen Version von Windows 98 im Juli auf eine Trendwende - vor allem im Geschäft mit Pentium-II-Rechnern. Jüngste Verkaufszahlen aus dem August scheinen diese Annahme zu begründen.

Noch immer gelten die japanischen Hersteller in puncto Rechenleistung (CPU) als vergleichsweise schwach, wenngleich die großen Anbieter ihren Einstieg in die Produktion von Hochleistungs-Multimedia-PCs angekündigt haben. Gleichzeitig haben NEC und Fujitsu einen Teil ihrer "Low-end"-Produktion ins asiatische Ausland verlegt, um preislich mit den Importen aus den USA mithalten zu können. Der Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shimbun" zufolge verlor NEC, bis Anfang der 90er Jahre der allein dominierende PC-Hersteller, 1997 weitere fünf Prozent Marktanteil, blieb aber mit 34 Prozent Branchenprimus. Auf den Plätzen rangieren Fujitsu mit 23 und IBM mit zwölf Prozent Marktanteil.

US-Hersteller dominieren boomenden Softwaremarkt

Ungeachtet der Asienkrise ist indes der japanische Softwaremarkt von ungebrochenem Wachstum gekennzeichnet. Nach einer Untersuchung der hiesigen Personal Computer Software Associa- tion erreichte beispielsweise der Absatz von PC-Standardsoftware in Japan 1997 einen Wert von umgerechnet 7,15 Milliarden Mark, was einem Wachstum gegenüber dem Vorjahr von immerhin 16 Prozent entspricht.

Prinzipiell bleibt festzustellen, daß Japan im Softwarebereich weiterhin stark von ausländischen Produkten abhängig ist, da viele japanische Softwarehäuser traditionell auf anwenderspezifische Lösungen spezialisiert sind. Die US-Hersteller dominieren, vorwiegend im derzeit boomenden Standardsoftware-Geschäft, mit rund 90 Prozent aller Importe das Geschehen. Allerdings zeigt der zunehmende Erfolg deutscher Softwarefirmen wie SAP, IDS Prof. Scheer und Ixos, daß dies nicht für alle Ewigkeit so sein muß. Daneben geht aber auch in Sachen Groupware und Netzwerk-Betriebssysteme die Post ab, weil immer mehr Anwenderunternehmen vom simplen "Office Computer" mit proprietärer Software hin zum PC wechseln. (Berichte aus weiteren asiatischen Ländern folgen.)