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24.03.2000 - 

Kolumne

Nix geht mobil

Christoph Witte, Chefredakteur CW

Einer der neuen Megatrends heißt "mobiles Internet". Jeder Anbieter propagiert das als die wichtigste Entwicklung seit der Erfindung des Browsers. Eingeweihten ist selbstverständlich klar, dass es sich dabei nicht um ein umhervagabundierendes Netz handelt, sondern um eine kabellose Verbindung ins Web, und zwar von tragbaren (mobilen!) Geräten aus.

Dabei tun die Hersteller so, als wenn es das mobile Internet (siehe Seite 31) bereits gäbe. Doch lässt man die großartigen Versprechen vom schnellen Zugang von überall zu jeder Zeit einmal beiseite, dann fällt der betrübte Blick auf kabellose Verbindungsraten von höchstens 9,6 Kbit/s, und das zu einem Preis von mehr als einer Mark pro Minute. Ein teures Vergnügen - für das Herunterladen von Handy-Klingeltönen oder Wetterberichten zu teuer. Das Übertragen größerer Dateien via Handy wird auf diese Weise außerdem zu einer Geduldsprobe, die selbst einem Zen-Meister zur Ehre gereichen würde.

Doch das alles soll sich mit den General Packet Radio Services (GPRS) und der dann möglichen "sagenhaften" Übertragungsrate von 50 Kbit/s ändern, die die Telekom ab Spätsommer zur Verfügung stellen will.

Das erscheint zwar nur ein bisschen langsamer als ein normales 56K-Modem oder ISDN, aber wer sich regelmäßig mit 64 Kbit/s ins unternehmenseigene Netz einklinkt, um beispielsweise als Telearbeiter zu agieren, weiß, dass auch diese Übertragungsraten nicht unbedingt komfortabel sind.

Mobil abgehen soll es dann endgültig ab 2002 mit dem Universal Mobile Telecommunications System (UMTS), das im stationären Betrieb 2 Mbit/s erlaubt. Wer beispielsweise vom Auto oder aus dem Zug Daten versenden oder empfangen will, bekommt, wenn nicht zu viele Nutzer in der gleichen Zelle telefonieren, noch etwas über 200 Kbit/s.

Doch selbst wenn diese Übertragungsschwierigkeiten außer Acht gelassen werden, bleibt die Frage nach den Applikationen, die das mobile Internet wirklich brauchbar machen. Sich per WAP-Handy ein Ticket zu buchen, das auch telefonisch bestellbar wäre, oder einen Schreibtisch in einem elektronischen Marktplatz zu ordern ist nicht viel sinnvoller als sich Fußballergebnisse übertragen zu lassen oder Straßenkarten, die so arm an Details sind, dass sie keinerlei Aufschluss geben. Aber vielleicht entdecken die Kids schon bald irgendetwas Kultiges an WAP, so wie sie heute die Handys ihrer Freunde mit SMS-Nachrichten zuknallen.