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18.10.2005 - 

Kolumne

Nix mehr verdient

Natürlich sind gutes Klima, Anerkennung und Motivation für den Wohlfühlfaktor im Job wichtig. Aber in wirtschaftlich schweren Zeiten mindestens ebenso bedeutsam sind die Höhe des monatlichen Salärs und die Sicherheit des Arbeitsplatzes. Doch wer Letzteres sucht, dürfte in der IT-Szene zurzeit nicht fündig werden. Überall reduzieren IT-Anbieter wie -Anwender die Zahl der Mitarbeiter. Jüngstes Beispiel ist die Siemens-Dienstleistungssparte SBS, die offiziell 2400 Arbeitsplätze abbaut. Kommt es wirklich zur diskutierten Zerschlagung des Serviceanbieters, dürften allerdings noch mehr Leute ihren Job verlieren. Die Beispiele lassen sich beliebig fortführen.

Leider findet Arbeitsplatzabbau längst nicht mehr nur in der zweiten Riege der Hersteller statt. Auch die Top-Player "verschlanken" sich, um ihre Profitabilität zu erhöhen oder um weniger leistungsstarke Bereiche zurechtzustutzen. Für deutsche IT-Profis wenig ermutigend wirken auch die Angebote der Offshore- und Nearshore-Anbieter. Sie können IT-Services deutlich preiswerter offerieren als ihre Konkurrenten in den Industrienationen, sofern sie ausschließlich im deutschen Tarifrecht agieren und selbst über keine Offshore-Kapazitäten verfügen.

Zusätzlich verschärft sich die Lage auf dem IT-Arbeitsmarkt durch die starke Nachfrage nach jungen Kräften. Allen voran die großen Berater huldigen aus gutem Grund dem Jugendkult: Junge Mitarbeiter sind billiger. Außerdem gelten sie als ehrgeiziger und flexibler. Der Karrierehunger der Einsteiger fördert zur Freude der jeweiligen Arbeitgeber die Selbstausbeutung. Forderungen nach Zeit für die Familie, Work-Life-Balance oder nach freien Wochenenden stellen die Young Professionals selten. Deshalb bemühen sich Hightech-Unternehmen um eine Personalpyramide, die an der Basis hauptsächlich die hungrigen Jungen aufweist und in der Spitze wenige ältere, gut verdienende Führungskräfte. IT-Professionals und -Berater gelten dagegen schon ab 40 als schwer vermittelbar.

Diese Trends - Arbeitsplatzabbau, Globalisierung und Jugendwahn der Arbeitgeber - führen auch für die wenigen Profiteure nicht unbedingt zu stark steigenden Gehältern. Wie die diesjährige CW-Gehaltsstudie zeigt (siehe Seite 1 und Seite 68), nehmen die Entgelte insgesamt nur moderat zu. Einige Berufsgruppen müssen sogar mit weniger Geld auskommen.

Leider bleibt das die nächsten Jahre so, vielleicht gehen die Gehälter sogar weiter zu- rück. Und zwar dann, wenn der Arbeitsplatz- abbau fortschreitet und so immer mehr Freiberufler auf den Markt drängen. Dann wird der Wettbewerb um IT-Projekte noch härter und die Luft für fest angestellte IT-Mitarbeiter noch dünner.

Diese Kolumne finden Sie auch im Blog der computerwoche unter blog.computerwoche.de. Dort können Sie Ihre Meinung abgeben und sofort veröffentlichen. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.