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17.10.1986 - 

Für die Verwaltung36 - im Front-Office-Bereich 8818 und 8862:

Nixdorf bricht in Hotel-Domäne der IBM ein

17.10.1986

WIEN (sch) - An der "Front" des Hilton International Wien konnte Nixdorf den Hotel-Hauslieferanten IBM mit seiner digitalen Nebenstellenanlage 8818 und dem Hotelrechner 8862 verdrängen. Im Back-Office-Bereich, hat jedoch Big Blue die besseren Karten. Entsprechend einer Direktive des Hilton Data-Centers in New York soll hier das neue D-Modell der /36 zum Zuge kommen.

Der Rationalisierungseffekt der jetzt erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellten Nixdorf-Konfiguration beruht hauptsächlich auf der direkten Überführung der Gesprächsdaten an den neuen Hotelcomputer. Für die Umsetzung und Weitergabe der Daten in die digitalen Nebenstellenanlagen ist jeweils ein Controller-Chip eingebaut. Neben den 8818-Systemen der Baustufe 3000 und der 8862 mit 60 MB Hauptspeicher und acht Bildschirmen gehören zu der Nixdorf-Lösung drei Vermittlungsplätze, sechs digitale Komforttelefone DF01 für die Rezeption und die Hotelverwaltung, 800 "normale" Endstellengeräte und 70 Amtsleitungen. Softwareseitig kommen die Hotel-Check-in/Check-out Programme RIO von Nixdorf zum Zuge. Als Highlight der Anwendung bezeichnen die Wiener das extra für die Belange des Hilton-Hotels gestrickte Rooms-Management-System. Es ermöglicht einen Reinigungsservice ohne Reinigungsverluste, da sich der Zimmerstatus durch die Zimmermädchen vom Gasttelefon aus ändern läßt. Außerdem geht die Minibar-Abrechnung jetzt schneller über die Bühne; der jeweils zuständige Etagenkellner gibt die Entnahmen direkt am Telefon ein. Es folgt eine Bestätigung per Sprachausgabe und eine Abbuchung auf dem Gastkonto. Die übrigen implementierten RIO-Module erlauben unter anderem die automatische Telefongebührenabrechnung, die Bereitstellung von Informationsdiensten für den Gast sowie die Anruferidentifizierung auf den Servicebildschirmen im Verwaltungsbereich des Hotels. An der Ausschreibung für die kombinierte Telefon/Computer-Installation hatten

sich übrigens neben Nixdorf ITT, Siemens, Telenorma, Schrack Electronic und der österreichische Vertriebspartner Kapsch von Northern Telecom beteiligt.

Im Hinblick auf das neue Medium ISDN harrt das Hilton International Wien der Dinge, die da kommen. Konkrete Überlegungen, wann und wie dieses in Österreich ohnehin noch sehr in den Anfängen steckende Netzangebot genutzt werden soll, gibt es nicht. Auch im Inhouse-Bereich ist von ISDN nicht die Rede. Für die Kommunikation mit der Außenwelt setzen die Wiener gängige Dienste beziehungsweise Netze wie Telex, Telefax, Teletex und Datex-P ein.

Noch keine Verbindung gibt es bis dato zwischen den Nixdorf-Systemen und den "Brot-und-Butter-Anwendungen" des Hotels. Die Finanzbuchhaltung wird über einen "altertümlichen" NCR-Buchungsautomaten 399 mit Magnetbandspeichern und zwei IBM PCs abgewickelt. Eine Umrüstung steht jedoch bevor. Für den Back-Office-Bereich gibt es jedoch internationale Vorgaben, die vom Hilton Data-Center in New York festgelegt wurden. Das DV-Headquarter erstellt die notwendige Software selbst und hat sich für Big Blue und seinen kürzlich aufgepeppten Mittelklasserechner /36 entschieden. Im Hilton International Wien ist Mitte bis Ende nächsten Jahres die Anschaffung von zwei D-Modellen mit 15 bis 16 Bildschirmen vom Typ IBM 3269 und drei bis vier IBM-Druckern (4224 und 5225) vorgesehen. Bei der Software in spe handelt es sich um die Module Warenwirtschaft, Lagerwirtschaft, Reportwesen, Finanzbuchhaltung und die Debitorenbuchhaltung.

Das Interface für die Kopplung der Nixdorf-Rechner mit den IBM-Maschinen ist nach Angaben des DV-Leiters vom Wiener Hilton-Hotel, Erik Humer, bereits definiert worden. Die Schnittstelle werde eine Dialogverarbeitung ermöglichen. Im Zuge der anvisierten IBM-Innovation sollen - so Humer weiter - einige Teile der neuen RIO-Anwendung und damit des Front-Office-Bereichs auf die /36 umgelagert werden. Dazu zählten solche Programm-Module, die der Spracheingabe an der PBX nachgeordnete verwaltungstechnische Abläufe wie zum Beispiel die Gastkontenabrechnung übernehmen.